
Die Insel Amrum liegt in der Nordsee und gehört wie ihre Nachbarinseln Sylt und Föhr zu den Nordfriesischen Inseln. Auf der 20,5 qkm großen Insel Amrum leben ca. 2.300 Menschen. Die Einwohner verteilen sich auf fünf Dörfer und einzelne Bauernhöfe. Hauptort ist die Gemeinde Nebel, die ungefähr in der Mitte der Insel an der Ostküste liegt. Das Seebad Wittdün befindet sich am Südostzipfel von Amrum, während die Gemeinde Norddorf ganz oben im Norden liegt. Die beiden Dörfer Steenodde und Süddorf schließen sich südlich an Nebel an. Amrum - weniger mondän als die Insel Sylt und kleiner als die Insel Föhr - ist ein ideales Urlaubsziel für Familien mit Kindern, für Naturfreunde sowie gesundheitsbewusste Menschen, die entweder Sport treiben oder eine Kur machen möchten.
Auf Amrum wurde der Naturschutz schon immer groß geschrieben. Teile der Insel stehen unter Naturschutz, und das Wattenmeer rund um die Nordfriesischen Inseln ist als „Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ ohnehin besonders geschützt. Um die herrliche, etwas raue Natur der Insel auf sich wirken zu lassen, sollte jeder Gast einmal eine Wattwanderung mitmachen. Oben im Norden der Insel bei Norddorf beginnen die geführten Wattwanderungen. Besonders abenteuerlich sind natürlich die Wattwanderungen zur Nachbarinsel Föhr. Solche Wattwanderungen sind tatsächlich (bei Ebbe!) möglich, weil der Grund des Wattenmeeres nicht tief unter dem Meeresspiegel liegt. Ortsfremde sollten aber eine solche Wattwanderung nicht allein unternehmen! Der Wanderführer kann den Wanderern auch die verschiedenen Tierarten benennen, denen sie im Watt begegnen: Garnelen, Krabben, Seesterne, Krebse und natürlich zahlreiche Seevögel.
Wer besonderes Interesse an der Vogelwelt hat, kann an der Nordspitze der Insel, wo ein Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist, eine vogelkundliche Wanderung buchen. Verschiedene Möwenarten, Eiderenten, Küstenseeschwalben und Brandgänse (um nur einige zu nennen) leben auf Amrum. Die Vogelkoje, etwas südlich von Norddorf in Richtung Nebel gelegen, lohnt auch einen Besuch. Es handelt sich dabei um einen kleinen Zoo, der keinen Eintritt kostet. Verschiedene Vogelarten leben dort in Volieren, andere in Freigehegen, weitere Vögel nisten oder rasten „freiwillig“ hier. Überhaupt wird Amrum von vielen Zugvogelarten als Rastplatz genutzt, zum Beispiel von Ringelgänsen.
Viele umweltverträgliche Sportarten können auf Amrum ausgeübt werden. Wanderer und Radfahrer haben die Möglichkeit, die ganze Insel zu entdecken. Auf der flachen Insel (höchste Erhebung: 32 m) ist das Radfahren natürlich besonders angenehm. In jedem Dorf findet sich mindestens ein Fahrradverleih. Auch Jogger und Nordic Walker genießen in der Sommerzeit die angenehmen Wege durch Wälder, Heide- und Dünenlandschaft. An den Stränden und auf dem Kniepsand, einem Sandgebiet westlich der Insel, sind viel Platz für Erholungssuchende, Sportbegeisterte und spielende Kinder. Auch Surfer finden im Meer um Amrum hervorragende Bedingungen, genauso wie die Fans der neuen Trendsportart Kitesurfen. Beide Sportarten können in der Surfschule Amrum auch erlernt werden.
Das Dorf Wittdün ist als Seeheilbad die richtige Adresse für alle, die auf Amrum eine Badekur machen möchten oder Wellness-Angebote suchen. Wittdün blickt auf eine über hundertjährige Tradition als Seeheilbad zurück. Hilfreich sind die Kuranwendungen u.a. bei Haut- und Lungenerkrankungen sowie orthopädischen Problemen. Das moderne Thalasso-Zentrum von Wittdün bietet die verschiedensten Kur- und Wellness-Anwendungen an (Massagen, Bäder). Einen für Kurgäste und alle anderen Touristen gleichermaßen hohen Erholungswert verspricht das Wittdüner „Amrum Badeland“, ein modernes Sport- und Spaßbad für die ganze Familie. Die größte Attraktion des Badelandes ist das Meerwasser-Wellenbad. Der Bereich für Kinder wurde großzügig gestaltet. Für Erwachsene sind Sauna und Solarium vorhanden.
Von allen Gebäuden auf Amrum ist sicherlich der Leuchtturm das bekannteste und meist fotografierte. Er hatte auch schon die Ehre, auf Briefmarken abgebildet zu werden. Der wunderschöne rot-weiß gestreifte Turm steht bei Wittdün, wurde 1874 erbaut und ist heute noch in Betrieb (allerdings mit elektrischem Licht, nicht mehr wie früher mit Leuchtfeuern). Er ist knapp 42 m hoch. Wer zur Aussichtsebene hinauf möchte, muss 297 Stufen aufsteigen, aber es lohnt sich! Die Aussicht über die Nordsee-Inseln hinweg ist (bei schönem Wetter) grandios.
Deutlich älter als der Leuchtturm und kulturgeschichtlich außerordentlich interessant ist das Haus „Öömrang Hüs“ in Nebel. Es handelt sich dabei um ein ehemaliges Wohnhaus eines Kapitäns, das im Jahr 1736 erbaut wurde und heute als Museum dient. Die verschiedenen Wohnräume sind mit teilweise Jahrhunderte alten Möbeln original eingerichtet, wobei ein uralter Ofen und die bemalten Wandkacheln in der „guten Stube“ besondere Erwähnung verdienen. Einige Räume des Museums dienen heimatkundlichen Ausstellungen zur Geschichte der Insel.
Ein weiteres eindrucksvolles Gebäude ist die uralte Kirche von Nebel. Das Kirchenschiff der St. Clemens-Kirche wurde um 1200 im romanischen Stil errichtet. Der Kirchturm ist jünger - er stammt aus dem Jahr 1908. Aber das Interieur ist zum Teil auch sehr alt und kunsthistorisch wertvoll: Der Taufstein zum Beispiel ist spätromanisch, das Kruzifix über 500 Jahre alt, und die Apostelstatuen im gotischen Stil dürften im 14. Jahrhundert entstanden sein.
Und Nebel besitzt noch ein Gebäude, das man auch unbedingt fotografieren sollte: die Windmühle. Sie stammt aus dem Jahr 1771 und ist funktionsfähig. Sie sollte abgerissen werden, aber ein „Verein zur Erhaltung der Amrumer Windmühle“ rettete das romantische Bauwerk und richtete 1964 ein Heimatmuseum darin ein. Das Heimatmuseum informiert über die Geschichte der Insel, über Folklore und die Flora und Fauna der Insel.
Amrum ist eine relativ kleine Insel. Aber bestimmt wird es keinem Gast langweilig, selbst wenn er drei oder vier Wochen dort verbringt. Manche würden am liebsten für immer dableiben.