Bad Kissingen – Deutschlands bekanntester Kurort

Der Regentenbau ist das Wahrzeichen von Bad Kissingen an der fränkischen Saale am Fuße der bayerischen Rhön.

Ein königliches Vergnügen

In Bad Kissingen am Fuße der bayerischen Rhön tummeln sich alljährlich im Juli zahlreiche gekrönte Häupter von anno dazumal - obwohl Monarchen heutzutage nicht mehr ganz so zahlreich gesät sind wie einst im 18. und 19. Jahrhundert. Deutschlands bekanntester Kurort macht da eine Ausnahme.

Alljährliches historisches Spektakel in Bad Kissingen

Alle Jahre wieder, wenn am letzten Juli-Wochenende in dem staatlich anerkannten Sole- und Moorheilbad die fränkische Saale brennt, gleiten Kaiser Franz-Josef I. von Österreich, Kaiserin Sisi und Märchenkönig Ludwig II. in einem Meer von schwimmenden Kerzen in einem Boot den schmalen Fluss hinunter, während Tausende von Zuschauern das Spektakel vom Ufer aus bejubeln.

Dann weiß in Bad Kissingen jedes Kind: Fürst Rakoczy und seine Quellenkönigin haben wieder zu dem dreitägigen Rakoczky-Fest geladen - Festball, ein historischer Umzug mit über 100 Fußgruppen, eine Kurgartenbeleuchtung sowie ein großes Feuerwerk zum Ausklang inklusive.

Ein Highlight des Rakoczy-Fests ist die Kurgarten-Beleuchtung, der ein fulminantes Feuerwerk folgt.
Der Hofbaumeister Balthasar Neumann (links) und der Apotheker Anton Georg Boxberger entdeckten anno 1737 zufällig die Rakoczy-Quelle. Fotos: Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen

An diesen tollen Tagen geben sich Kaiser, Könige, Fürsten und Künstler, die hauptsächlich zwischen 1852 und 1889 in Bad Kissingen kurten, als historische Persönlichkeiten ein Stelldichein und mischen sich freundlich charmant unters "gemeine Volk".

Shake-Hands und Autogrammstunden mit Zar Alexander II. von Russland, Kaiserin Auguste Victoria, den bayerischen Königen, Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, mit dem Schriftsteller Theodor Fontane, dem Baumeister Balthasar Neumann und anderen mehr sind dann an der Tagesordnung in der historischen Altstadt, in der südländisches Flair eingezogen ist. Die Menschen tanzen und feiern auf den Straßen und Plätzen. Überall herrscht ausgelassene Feststimmung und ein geselliges Treiben.

Der ungarische Freiheitskämpfer Fürst Rakoczy stand wegen seines wilden Wesens einst Pate für die bedeutendste Heilquelle des Bades. Entdeckt wurde sie zufällig anno 1737 von dem Apotheker Georg Anton Boxberger und dem Hofbaumeister Balthasar Neumann. Der Würzburger Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn hatte die beiden beauftragt, das Kurviertel besser vor Hochwasser zu schützen. Und damit nahm das Heilwasser für Trink- und Badekuren seinen Lauf.

Es wird wie der Pandur, der Maxbrunnen, der Luitpold-Sprudel und das Kissinger Bitterwasser vornehmlich zur Behandlung von Magen-, Darm-, Leber-, Gallen- und Stoffwechselerkrankungen getrunken. Idealerweise bei einem Bummel durch Europas größter Brunnen- und Wandelhalle im Kurgarten, wo Brunnendamen in Tracht während der Brunnenzeiten die entsprechenden Wässerchen schwenken.

Diese Flaniermeile wurde 1911 unter der Leitung von Max Littmann im Zuge diverser Baumaßnahmen erbaut, die das Gesicht der Kurstadt bis heute nachhaltig prägen und gerade frisch renoviert worden sind. 1912 entstand das Wahrzeichen von Bad Kissingen: der Regentenbau mit seinem Konzertsaal und anderen Prachtsälen. Der 200 Meter lange Arkadenbau, den Friedrich von Gärtner im Auftrag von König Ludwig I. zwischen 1834 und 1838 schuf, führt die beiden Glanzstücke des Kurviertels nun seit fast 100 Jahren harmonisch zusammen.

Doris Seitz

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Tipps für Reisen

Informationen

Bayerisches Staatsbad
Bad Kissingen,
Am Kurgarten 1,
97688 Bad Kissingen,
kostenfreie Hotline
0800/ 976 88 00, E-Mail: tourismus(at)badkissingen.de, Internet: www.badkissingen.de

"In Aquis Kissingen Salus" - "In den Wassern Kissingens ist Heil" stand auf einer historischen Porzellaneule zu lesen. Und schon war der Name für die neue Heilbadelandschaft gefunden, die seit Februar 2004 als "KissSalis Therme" die Gesundheit in Bad Kissingen täglich von 9 bis 22 Uhr fördern hilft. "Wohlfühlen, Erholung, Freude und Fitness" lautet das Verwöhnkonzept der neuen Therme mit einer über 1000 Quadratmeter großen Thermenlandschaft, einem abwechslungsreichen Sauna-Park, einem WellnessPavillon, Solarien, diversen Therapiebecken und -räumen sowie einer FitnessArena.
Das Angebot richtet sich an Tagesbesucher aus der Region und an Gäste, die in dem staatlich anerkannten Sole- und Moorheilbad einen Erholungsaufenthalt verbringen möchten. Sie alle sollen hier Erholung mit allen Sinnen erleben und neue positive Kräfte gewinnen.

Weitere Informationen unter Telefon 0971/ 82 66 00, Fax 0971/ 82 66 99, E-Mail. info(at)kisssalis.de, www.kisssalis.de

Ist es Zufall, dass König Maximilian II. von Bayern auf seinem Denkmal der Bayerischen Spielbank den Rücken kehrt oder nicht? Fast möchte man Letzteres glauben, denn immerhin hatte seine Hoheit das um 1800 eingeführte Hasardspiel 1849 schlicht und einfach wieder verboten. Damit entsprach er dem Wunsch vieler Kisisnger, die eine "sittliche und moralische Gefährdung vieler Kreise" befürchteten. Dennoch haben Roulette und Black Jack im Luitpold-Casino eine lange Tradition. Jüngst wurde das ganze Haus innen umgebaut. Entstanden ist ein spannendes Raumerlebnis aus alt und neu. Die beiden Spielsäle erhielten interessante "Zusatzspiele". Und im so genannten "Kleinen Saal" wurde die Automatenzahlvon 80 auf 97 aufgestockt.

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