



Berlin an der Schnittstelle zwischen Ost und West in Europa war und ist von jeher ein zentraler Ort für Reisende aus aller Welt. Der Potsdamer Platz der 1930er Jahre war der verkehrsreichste Platz Europas und spiegelt nun nach fast drei Jahrzehnten mauerbedingter Verödung den Auf- und Umbruch der gesamten Stadt wider.
Weltweite traurige Berühmtheit hat die Metropole fast 30 Jahre durch die Berliner Mauer erlangt. Einige Mauerreste können auch heute noch besichtigt werden, zum Beispiel an der East Side Gallery in der Bernauer Straße, am Preußischen Landtag und in Prenzlauer Berg.
Heute steht Berlin für hochkarätige Architektur, Modernität und Tempo. Hier zeigen sich die Brüche zwischen alt und neu, zwischen Stagnation und Fortschritt, zwischen den Kulturen und den Menschen hautnah.
Schon beim Anflug empfängt Berlin seine Besucher mit einem faszinierenden Landschaftsbild aus weiten Seen, Parks und Wäldern. Fast ein Drittel des Stadtgebietes besteht aus Parks, Wald und Wasser. Der größte See ist der Müggelsee mit 750 Hektar Wasserfläche. Durch die Stadt zieht sich eine Kette von Seen wie zum Beispiel Tegeler- und Wannsee, die durch ein System von Flüssen (Havel und Spree) und Kanälen verbunden sind. Spree-Athen verfügt bekanntlich über mehr Brücken als Venedig. Der Berliner kann Nord- und Ostsee direkt mit dem Boot erreichen.
Berlin ist die grünste Großstadt Deutschlands, das heißt hier gibt es mehr innerstädtische Wälder, Parks und Anpflanzungen als anderswo. Für die sprichwörtliche "Berliner Luft" sorgen vor allem innerstädtische Parks wie der Tiergarten, der Botanische Garten und der Zoologische Garten, der der artenreichste und flächenmäßig größte Europas ist.
Nicht von ungefähr war Berlin 1988 offizielle Kulturstadt Europas – inoffiziell ist sie es eigentlich immer. Kulturelle Ereignisse von internationalem Rang sind fester Bestandteil des Berliner Alltags: die Internationalen Filmfestspiele, die über ein weltweites Renommee verfügen, weit über 30 Theater, drei Opernhäuser, eine Vielzahl von Varietés und Musical-Häusern. Die weltweiten Kultur-Botschafter Berlins – die Berliner Philharmoniker – haben mit Claudio Abbado den Grundstein für zukünftige Kontinuität gelegt.
Berlin verfügt über eine einzigartige Museumslandschaft mit einer Vielzahl von archäologischen und kunsthistorischen Sammlungen, die 6000 Jahre kulturgeschichtliche Entwicklung von Europa bis zum fernen Osten dokumentieren. Ende der 90er Jahre sind in Berlin mit der neueröffneten Gemäldegalerie am Kulturforum, dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwartskunst und der Sammlung Berggruen im Stülerbau (Charlottenburg) außerdem bedeutende Kultureinrichtungen entstanden.
Neben den rund 170 Museen, deren Palette von den namhaften auf der Museumsinsel (Pergamon- und Bodemuseum), dem Kunstgewerbemuseum am Kulturforum neben der Philharmonie und den staatlichen Museen in Dahlem reicht, gibt es aber auch Kuriositäten wie ein Hundemuseum, das Zuckermuseum oder das Erotik-Museum.
Hinter der Museumsinsel am Hackeschen Markt, im ehemaligen Scheunenviertel, hat sich eine subkulturelle Szene etabliert, die in ihrer kreativen Vielfalt an Galerien, Performances, Varieté's, Tanzhallen und Cafés eine internationale Anziehungskraft auf Künstler und Besucher ausübt. Ein zweites Zentrum für die neue Szene im Ostteil der Stadt hat sich im Bezirk Prenzlauer Berg etabliert.
Doris Seitz
Anreise
Die Autobahnen sind meist ziemlich voll, das liegt auch am Transit-Verkehr Richtung Polen, Tschechien und Russland.
Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel, Schönefeld und Tempelhof. Die Anreise aus weiter entfernten Städten funktioniert nach wie vor am besten mit dem Flugzeug.
Die ICE- und Intercity-Verbindungen haben immer noch ihre Schwierigkeiten mit dem maroden Schienennetz der ehemaligen Reichsbahn. Es wird jedoch eifrig gebaut.
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