Billiger Tanken - Benzin sparen

Teure Tankstellen links lassen

Hohe Kraftstoffpreise als unverdauliches, dickes Ei. So sieht der ACE Auto Club Europa die Lage an den Zapfsäulen zu Ostern. Foto: ACE

Auf dem Höhepunkt der Osterreisewelle haben die Spritpreise an deutschen Tankstellen nach Erkenntnissen des ACE Auto Club Europa noch einmal deutlich zugelegt.

Ein Liter Diesel kostet derzeit mancherorts 1,15 Euro, für einen Liter Super müssen teilweise sogar über 1, 33 Euro bezahlt werden. Vor zwei Jahren kostete der Liter Super noch rund 1,18 Euro. Der Rohölpreis lag pro Barrel damals bei 44 Dollar, heute bei fast 70 Dollar. Kraftfahrer sind den Preisschüben an den Zapfsäulen aber nicht vollkommen machtlos ausgeliefert, betonte der ACE in Stuttgart und veröffentlichte dazu ein paar Tipps.

Ökonomisches Fahren kann den Spritverbrauch bei einem Pkw mit einer Fahrleistung von 12.000 Kilometern im Jahr nach Berechnungen des laut ACE um rund 181 Liter reduzieren. Dazu gehören rechtzeitiges Hochschalten, Ausrollen vor der roten Ampel und vorausschauendes Fahren. Niedertourig fahren spart bis zu zwanzig Prozent Sprit. Mit modernen Autos kann damit ab Tempo 30 bequem im vierten, bei Tempo 50 bis 60 im fünften Gang gefahren werden. Bei Kurzstopps, auch an Ampeln oder im Stau, kann die Zündung ausgeschaltet werden. Auch wer öfter mal den Fuß vom Gas nimmt, spart Sprit: Mit zunehmendem Tempo steigt der Verbrauch überproportional.

Freie Tankstellen sind nach wie vor etwas günstiger als Markentankstellen. Auf Autobahnen verkaufen zudem die Tankstellen auf Autohöfen den Liter Benzin im Schnitt um einige Cent billiger als ihre Konkurrenten an den Rasthöfen. Mit der günstigsten Tankstelle können demnach bis zu zehn Euro pro Tankfüllung gespart werden. Aus Sicht des ACE lohnt es sich, vor einem Tankstopp Preisvergleiche anzustellen.

Im Ausland ist der Sprit ebenfalls oft deutlich billiger. Das gilt nach Angaben des ACE besonders für Österreich, Polen, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Bei der Heimreise sollten die Urlauber deshalb gegebenenfalls vor der Grenze noch einmal voll tanken.

Zu wenig Reifendruck erhöht den Widerstand. Laut ACE bringen schon 0,4 bar unter der Herstellerangabe einen höheren Benzinverbrauch von bis zu drei Prozent. Auch Ballast wie unnötiges Gepäck oder unbenutzte Dachaufbauten kosten schnell einen Liter Benzin pro 100 Kilometer. Spritfresser wie Klimaanlage oder Sitzheizung sollten nur eingeschaltet werden, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Der ACE fordert die Mineralölbranche auf, den Appell von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee unverzüglich zu befolgen und mehr Preisdisziplin zu üben. Für das, was sich derzeit an Tankstellen abspiele, sei das Wort Preiswucher noch ein zurückhaltender Ausdruck, heißt es in der Erklärung des ACE.

bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com">Druckversion

reise-report

Nicht unbedingt mit vollem Tank los fahren

Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise empfiehlt sich bei Auslandsreisen in vielen Fällen, nicht gleich vom Start weg mit vollem Tank zu starten.

In den Zielländern sind die Kraftstoffpreise mitunter deutlich niedriger, beispielsweise in Österreich, wo dann relativ günstig nachgetankt werden kann. Dort kostet der Liter Normal, Super oder Diesel um bis zu 30 Cent weniger als in Deutschland. Um rund 4 Cent pro Liter über dem Durchschnitt der Nachbarländer liegen derzeit die Preise an den deutschen Autobahntankstellen.

Laut ACE steigen am Spotmarkt in Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen gegenwärtig die Preise für Rohölprodukte deutlich, das rechtfertige aber keinesfalls überproportionale Preissteigerungen wie sie derzeit den Endverbrauchern hierzulande an den Zapfsäulen abverlangt würden. Andererseits sei es natürlich so, dass auch die Kraftstoffpreise dem Prinzip von Angebot und Nachfrage folgten. "Jetzt fahren alle weiter weg in die Osterferien und ohne zusätzlichen Kraftstoff geht das nicht", sagte ein ACE-Sprecher.

Die Ölkonzerne sind keine Heilsarmee

Wenn sich weniger Sprit als sonst im Angebot befände, aber mehr nachgefragt werde, treibe das den Preis zwangsläufig nach oben. Hinzu kämen politische Unsicherheiten, die Spekulationen an den Ölmärkten anheizten. Außerdem sähen sich Mineralölkonzerne als Gewinnmaximierer in eigener Sache und nicht als Heilsarmee zur Schonung der Verbraucher. "Ölkonzerne nehmen auch zu Ostern immer alles, was sie kriegen können", meinte der ACE-Sprecher.

Zur Erinnerung:
Gewinn-Weltrekord für Exxon Mobil
Shell scheffelt Gewinne

 

KontaktImpressumNewsletterAGBs