CMT Partnerland Sri Lanka

Sri Lanka – zum Baden alleine zu schade

Kandy Dancers.
Tamilische Teepflückerinnnen im Hochland von Nuwara Eliya.
Bei vielen Touristen beliebt: Bentota Beach Hotel. Fotos: Messe Stuttgart

Das Partnerland der CMT 2006 lockt mit viel Kultur, Ayurveda und traumhaft schönen Landschaften im Inneren der großen Insel.

Der Name Sri Lanka steht bei den meisten Touristen für unbeschwerten Urlaub unter Palmen am Strand, für freundliche Menschen und gepflegten Müßiggang im Tropenklima. Doch dies ist nur die eine, die allseits bekannte Seite der Insel vor der Südspitze Indiens. Das Partnerland der CMT 2006 lockt mit viel Kultur, der uralten Heilkunst Ayurveda („Langes Leben“) und traumhaft schönen Landschaften im Inselinneren. Zum Baden alleine ist Sri Lanka eigentlich viel zu schade.

Eine Rekordzahl von 566.000 Touristen aus aller Welt hat im Jahr 2004 die 19 Millionen Einwohner zählende Tropeninsel von der Größe Bayerns besucht. Am 26. Dezember kam der Tsunami – und danach war nichts mehr so wie vorher: 40.000 Tote, darunter 200 Touristen, 80.000 zertrümmerte Häuser, 100.000 zerstörte Existenzen. „Die ganze Welt hat uns damals geholfen und hilft uns noch heute“, sagt Fremdenführer Bernard, „dafür sind wir sehr, sehr dankbar.“ Sri Lanka braucht die Touristen. Sie stellen die viertwichtigste Einnahmequelle des Schwellenlandes dar – nach der Textilindustrie, den Überweisungen der Auslands- Sri Lanker und dem Teeexport.

Zwar  kann man sich auch heute noch in einigen Dörfern im Süden und Osten eine ganz praktische Vorstellung von der Zerstörungskraft des Tsunamis machen, doch überall im Lande wird gehämmert, gesägt, geklopft, wiederaufgebaut. Ohnehin waren nur 48 der 248 Sterne-Hotels vom Tsunami betroffen, und ganze sieben sind ein Jahr nach der Katastrophe noch immer nicht wieder geöffnet. Mehr als drei Viertel der touristischen Infrastruktur Sri Lankas befindet sich an der vom Tsunami nur wenig betroffenen Südwestküste. „Weniger als 15 Prozent unserer Landesfläche war Tsunami-Gebiet“, stellt Channa Jayasinghe, Direktor des Ceylonesischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt, fest.

Die Tourismuswerber aus Sri Lanka wollen deshalb die CMT 2006 nutzen, um ihr Land mit einem neuen Image jenseits der Badestrände zu präsentieren. Sri Lanka hat allein 15 Nationalparks, in denen Elefanten, Leoparden, Lippenbären, Affen und mehrere Hirscharten in freier Wildbahn leben. Rund 1500 wilde Elefanten sollen auf der Insel leben. Ihre domestizierten Kollegen lassen sich zum Beispiel im Elefanten-Waisenhaus von Pinnawela beim genüsslichen Bad im Fluss beobachten, und wer will kann an vielen Stellen im Land einen Ritt auf dem Dickhäuter wagen.

Die 240.000 Hektar Teegärten, von den englischen Kolonialherren ab 1840 auf den steilen Regenwaldhängen rings um Nuwara Eliyah angelegt, zählen zu den schönsten Landschaften Asiens. In dem als Sommerfrische sehr beliebten Kolonialstädtchen kann man sich heute noch ein bisschen fühlen wie in Merry Old England, mit Golfclub, Pferderennbahn und britischem Ambiente im Saint Andrew’s Hotel mit knackendem Kaminfeuer, Billard Room und viktorianischen Möbeln. Der Besuch in einer Tea Factory – 650 davon gibt es im Mittel- und Hochland der Insel – gehört zum Pflichtprogramm auf Sri Lanka. Und kein Besucher verlässt das Haus ohne ein paar Päckchen besten Ceylon Orange Pekoe oder den noblen Silver und Golden Tipps.

Die Fahrt mit dem Bus von 1900 Meter Höhe hinab zur Küste im Südwesten bietet unvergessliche Ausblicke auf eine dramatisch üppige Berglandschaft: Wolkenfetzen, steil an den Flanken klebende Teegärten, kleine Dörfer, tropischer Regenwald, immer wieder eindrucksvolle Wasserfälle – und über allem thront der Adam’s Peak, mit 2.243 Meter höchster Berg der Insel. In Kithulgala am Kelani-Fluss kann man River Rafting ausprobieren und bei einer Nacht in den urig-einfachen „Eco-Cabins“ von Channa Perera das tagsüber Gesehene und Erlebte vor der Kulisse des rauschenden Wassers verarbeiten.

Für Kulturfans ist derweil der Besuch der alten Hauptstadt Kandy, in deren heiligem Tempel ein Zahn Buddhas aufbewahrt wird, ein absolutes Muss. Als einzige Kapitale der Singhalesen, die heute mit fast 80 Prozent die Bevölkerungsmehrheit auf Sri Lanka stellen, konnte sich Kandy durch seine Lage im unwegsamen Bergland bis in die Kolonialzeit hinein der zahlreichen Angriffe fremder Eroberer erwehren. Sri Lanka blickt auf eine 2.500 Jahre alte Geschichte voller Sagen zurück. Die Zahn-Reliquie Buddhas gilt als das größte Heiligtum der Insel; König konnte nur sein, wer sie in seinem Besitz hatte. Das größte und wichtigste Fest des Landes ist denn auch die große Reliquien-Prozession mit bis zu 180 prächtig geschmückten Elefanten jedes Jahr im Juli. Abertausende von Menschen säumen dabei die Straßen von Kandy.

Eine Reise über die Insel wäre freilich nicht vollständig ohne den Besuch der beiden anderen alten Königsstädte im „Kulturdreieck“, Polonnaruwa und Anuradhapura, mit ihren einzigartigen Buddha-Statuen. Auch das Felsenkloster von Dambulla mit seinen vielfältigen, auf mehrere Höhlen verteilten Buddha-Darstellungen gehört zum Unesco-Weltkulturerbe, so wie insgesamt sieben Stätten auf Sri Lanka.

Vielen  gilt die unweit von Dambulla gelegene Felsenfestung von Sigiriya als achtes Weltwunder. Das über 200 Meter aus dem Dschungel aufragende Felsmassiv, das im 5. Jahrhundert n. Chr. nur für einen relativ kurzen Zeitraum als „Festung über den Wolken“ diente, bietet dem Besucher einen unvergeßlichen Anblick. Bis heute weiß man nicht genau, wie die Bewohner der kleinen Palaststadt oben mit ihren Tempeln, Häusern und aus dem Fels gemeißelten Wasserbecken über die senkrechten Wände nach oben gelangt sind. Die in einer Höhle in Schwindel erregender Höhe zu bewundernden „Wolkenmädchen“, recht freizügige Darstellungen von Nymphen, sind auch 1500 Jahre später noch von außergewöhnlicher Schönheit - Fresken, die mit Tonfarben auf die spiegelblanken Felsen gemalt wurden.

Praktisch jeder Gast auf der Insel ist, neben aller Kultur und landschaftlicher Schönheit, beeindruckt von den freundlichen und zuvorkommenden Menschen Sri Lankas. Die Begegnung mit ihnen ist für die meisten Touristen ein besonders positives Erlebnis – so wie mit Mohidee Hanifa, der im Spice Garden von Matale den Besuchern mit großer Hingabe und in drolligem Deutsch sämtliche Gewürzpflanzen samt Anwendung erläutert: „Zimtöl hilft gegen kaltes Hände und Fuße“ - Aloe Vera gegen Sonnenbrand, Ingwer gegen Asthma und Bronchitis, Nelkenextrakt gegen Mundgeruch und Parodontose, Kurkuma gegen Neurodermitis und das aus der Hirasse-Pflanze gewonnene Rotöl gegen Rheuma. Zur Demonstration dessen gibt’s im Anschluss an die Führung gleich eine Rückenmassage, und wer will, darf auch noch bei der Zubereitung eines scharfen Fisch-Currys zuschauen – und natürlich probieren. Gastfreundschaft auf Srilankisch.

Auch Ayurveda, die Heilkunst mit Pflanzen, baut stark auf der Wirkung und dem Zusammenspiel der Gewürze und Heilkräuter auf. Überall in Sri Lanka bieten Ayurveda-Kliniken und –hotels mit speziell ausgebildeten Ärzten ihre Dienste an, von der entspannenden Stirnmassage mit ätherischen Ölen bis hin zu kompletten Therapieformen, die auch auf die jeweilige Person zugeschnittene Speisepläne enthalten.

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reise-report

Sri Lanka präsentiert sich als Partnerland auf der CMT.

Partnerland der CMT 2006

Zur CMT 2006 kommt das Partnerland Sri Lanka mit Folklore, Ayurveda-Anwendungen, kulinarischen Spezialitäten und seinem kompletten touristischen Angebot. Die Messe Stuttgart hat im Jahr nach dem verheerenden Tsunami ganz bewusst das in Relation zu seiner Größe am stärksten betroffene Land als Partner der CMT 2006 ausgewählt. Messe-Geschäftsführer Ulrich Kromer: „Sri Lanka ist auf die Einnahmen aus dem Tourismus dringend angewiesen, und man kann dort inzwischen wieder absolut unbesorgt Urlaub machen.“ Die Messe Stuttgart unterstützt auch ein Hilfsprojekt des Srilankisch-Deutschen Vereines e.V.(Freiburg), der in Matara im Süden der Insel seit Monaten mit dem Aufbau eines Berufsausbildungszentrums für Jugendliche beschäftigt ist – darunter viele Tsunami-Waisen. Der Verein wird die CMT 2006 nutzen, um sein Hilfsprojekt einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland vor zu stellen.

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