2. Etappe, 3. bis 4. Mai: Barhöft - Dziwnów

Aus dem Logbuch der Wiking-Crew

Die Hansestadt Stralsund an der Route der Ostseefahrer. Lena strahlt...
und Jörg hält die Wiking auf Kurs. Eva behält die Übersicht. Fotos: Crew

Etwa 90 sm

Früh um 6 Uhr ging es los. Die Sicht betrug etwa 15 - 20 m und tauchte den Hafen von Barhöft in ein gespenstisches Licht. Es war 6:50 Uhr als Holger, Jörg und Christian Wiking aus der engen Einfahrt in den Nebel steuerten. Zwischen den Tonnen das Hoffen auf das baldige Erscheinen der Nächsten.
Vom Motorengeräusch geweckt, stieß bald Eva, später dann auch Lena, Jakob und Didi dazu. Um die Hubbrücke bei Stralsund passieren zu können, mussten wir um 9.20 Uhr vor Ort sein.

Die beinahe mystische Atmosphäre aus Nebel, Anglerbooten und Wasservögeln wurde nur durch das gleichmäßige Brummen unseres Motors gestört. Dazu ein Hauch aus Nordwest.

Jedesmal lag ein leiser Seufzer der Erleichterung in der Luft, wenn unser fähiger Späher Holger selbst im dichtesten Nebel eine Tonne ausmachte. Je später es wurde, desto mehr schwand die Hoffnung, daß sich der Nebel noch verzöge und es ein bißchen auffrischte, denn bei einem Wind von 0-1 aus nun Ost war es uns nicht möglich, das polnische Festland unter Segeln zu erreichen.

Da es uns wichtig war, trotz des geringen Windes einige Meilen gen Osten vorwärts zu kommen, motorten wir weiter und reparierten den Petroleumkocher -zum x-ten Mal.

Zumindest die rechte Feuerstelle funktionierte danach wieder, was eine warme Mahlzeit am Abend ermöglichte.

In den Abendstunden stießen wir in Ahlbeck auf die per Handy informierten Zollbeamten Cindy und Ronny, die weit mehr miteinander verband als nur der Dienst an den Schengener Außengrenzen.

Nach der schaukeligen, aber informell komplikationslosen, Abmeldung und Passkontrolle an der Seebrücke von Ahlbeck, hißten wir in einem feierlichen Akt die polnische Gastlandsflagge unter der Steuerbordsaling. Deutschland lag damit hinter uns.

Etwas merkwürdige Gefühle befallen einen der Autoren dieser Zeilen bei dem Gedanken daran, am vergangenen Freitag noch "ganz normal" gearbeitet zu haben...Langsam wird die neue Realität greifbarer. Es ist schwer in Worte zu fassen. Ein dreiviertel Jahr nach den ersten Phantasien (bezüglich dieses Törns) sind wir nun endlich unterwegs.

Gerade philosophierend ist weiterhin zu erwähnen, wie unterschiedlich aber stets eindrucksvoll das Meer hier sein kann. Die doch aufgewühlte See mit dem pfeifenden Wind gestern Mittag auf der einen und die bleiern träge und kaum bewegte Masse heute auf der anderen Seite bilden sicher noch nicht die endgültigen Eckpunkte.

Schon langsam brach die Dunkelheit über uns herein, unter Deck brodelten Kartoffeln und Blumenkohl und unsere Ohren sehnten sich nach 15 Stunden motoren nach Stille. Doch sie wurden immer mehr durch ein Horn in der Hafeneinfahrt von Dziwnów in Schwingung gebracht. Endlich die Tröte achtern raus, genossen wir eine schummrige, teils durch Laternen erleuchtete Einfahrt in den Hafen, wo uns am Zollkai Victor, der Zöllner, mit kritischem Blick durchmusterte.

Längsseits zwischen Fischkuttern, genossen wir ein leckeres Essen und ein paar Becher Wein. Bald machte sich eine wohlige Müdigkeit breit und nach und nach verzogen wir uns in unsere Kojen.

Hier finden Sie das Logbuch der 3. Etappe...

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reise-report

Bilder der 2. Etappe

Die x-te Reparatur. Von der Crew immer noch als "Party" bezeichnet.
Einfahrt in den Hafen von Dziwnów.
Warten auf Victor, den Zöllner.

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