3. Etappe, 4. bis 6. Mai: Dziwnów – Gdansk (Danzig)

Aus dem Logbuch der Wiking-Crew

Steuerfrau Eva "bei Lage".
Die "Skyline" von Danzig, dem Ziel der 3. Etappe.
Marina Danzig: Die Fahnen der Sponsoren wehen im Wind. alle Fotos: Crew

Etwa 208 sm

Umringt von Fischern, die ihren morgendlichen Fang sortierten, liefen wir erst gegen Mittag aus dem Hafen von Dziwnów aus, weil Rasmus uns nicht gewogen zu sein schien. Doch kaum hatten wir uns ein Stück von der Küste entfernt, frischte es auf - sogar aus der richtigen Richtung - und wir konnten unsere Segel hissen und Kurs auf Danzig nehmen.

Auf der gesamten Strecke wurden wir begleitet von dichtem Nebel und gelegentlichen Regenschauern.

Ein frischer Wind aus Nord bescherte uns hohe Wellen und einen kleinen Mitbewohner: Hansi, der kleine Fink, hatte schon lange versucht, unser Schiff zu erreichen und fühlte sich etwa eine Stunde lang sichtlich wohl bei uns.
Das ewige Auf und Ab forderte auch heute wieder seine Opfer, und dazu passend wurde bei der abendlichen Gulasch-Mahlzeit ein ganz neues Ernährungskonzept entwickelt: ETV-Food - "Easy to vomit".

Über Nacht schlief der Wind ein und wir kamen nur per Motor voran. Glücklicherweise drehte der Wind später auf West, was uns endlich ermöglichte, mit dem neuen Spinnaker so richtig Fahrt aufzunehmen. Mit Maximalwerten von 8,5 Knoten flogen wir fast über die Ostsee und Danzig entgegen. So weit unser Auge reichte, waren wir ganz allein auf dem großen Meer, nur Stelzi, die wendige Bachstelze, verzauberte uns einige Zeit mit ihren Flugkünsten, bis auch sie genug vom Leben an Bord hatte. Immer weiter stoben wir über die See, bis uns eisig eine sternenklare Nacht empfing, die allen Crewmitgliedern die Glieder schlottern ließ. Auch jetzt, bei relative wenig Welle aber bestem Wind, kamen wir zügig voran, geleitet von den Leuchttürmen der Halbinsel Hela und größeren Schiffen, die wie wir Kurs auf Danzig genommen hatten.

Die Danziger Bucht begrüßte uns mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Dank des abermals günstig stehenden Windes und guter Sicht konnten wir (mit gerefften Segeln) über den Vormittag Danzig stets an Horizont sehend auf die Hansestadt zuhalten.

Nach kurzer Zollformalität motorten wir die Weichsel hinauf, vorbei an der geschichtsträchtigen Westerplatte und zahlreichen Werft- und Industriegeländen, um schließlich ins Stadtzentrum zur dortigen Marina zu gelangen. Direkt am Krantor, quasi dem Holstentor Danzigs, konnten wir einen Liegeplatz finden und feststellen: Danzig ist von der Bebauung Lübeck sehr ähnlich. Und jetzt müssen wir mal los, um die Innenstadt zu erkunden. Nach guter hanseatischer Tradition besuchten wir zunächst die Marienkirche in der Altstadt. Nach einem leckeren Essen feierten wir mit einem guten Wein in  Jakobs Geburtstag. Am späteren Abend wechselten wir noch auf ein polnisches Nachbarschiff und sangen abwechselnd begleitet von einer Gitarre polnische und deutsche Lieder in freundschaftlicher Atmosphäre.

Um zirka 15 Uhr planen wir mit Kurs auf Kleipeda aus Gdansk aus zu laufen. Ein besonderer Dank geht an die aufgeschlossene und sehr hilfsbereite Hafencrew der Marina Gdansk.

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reise-report

Bilder der 3. Etappe

Der Blick aufs Log zeigt: es geht flott voran!
Siesta unterm Spinnaker...
Morgens um halb sieben in Polen.
Hansi, der Fink, fährt eine Zeit lang als Anhalter mit.
Eingefangene Bordstimmung: "Holger im Nebel".
Ebenfalls Stimmungsvoll: die Nacht vor Hela.

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