Die schwersten Fährunglücke der letzten 10 Jahre in Europa

Chronologie der Fährkatastrophen

31. Januar 2005 vor Schweden:  Nahe Falsterbo südlich von Malmö kollidiert die polnische Fähre "Pomerania" mit dem schwedischen Tanker Rio Grande. 140 Passagiere und 79 Mann Besatzung auf der Fähre bleiben ebenso wie die Crew des Tankers unverletzt.

29. Januar 2005 vor Teneriffa:  Durch Wassereinbruch im Maschinenraum der spanischen Fähre "Volcan de Tacande" fällt die Maschine aus. Die 63 Passagiere und 29 Mann Besatzung harren stundenlang auf dem Schiff aus und werden schließlich evakuiert. 39 Personen sind leicht unterkühlt.

8. Januar 2005 vor Schottland:  Auf der Höhe von Cairnryan driftet die "European Highlander" ab und läuft auf. Bei Sturmböen mit bis zu 140 Stundenkilometern war sie unterwegs von Larne in Nordirland nach Schottland. 43 Passagiere und 57 Mann Besatzung müssen 30 Stunden warten, bis ein Schlepper die Fähre freisetzen kann.

15. Januar 2004 vor der Küste Islands:  Die Fähre "Norröna" kollidiert beim Einlaufen in Thorshavn auf den Färöer Inseln mit einer Pier. Das Schiff, das gerade im Hafenbecken dreht, wird von einer Böe erfasst und gegen die Hafenanlagen gepresst, wodurch ein 10 Meter langes Leck entsteht. 60 Passagiere und 33 Besatzungsmitglieder bleiben unverletzt.

28. Dezember 2003 vor der griechischen Küste:  Die griechische Fähre „Express Apollon“ mit 266 Passagieren an Bord läuft vor der Ägäisinsel Serifos auf einen Felsen auf. Niemand wird verletzt. Das Unglück ereignet sich beim Manövrieren der Fähre, die auf dem Weg nach Piräus ist, bei einem Zwischenstopp im Hafen von Leivadion.

11. September 2003 vor der italienischen Küste:  Die italienische Fähre „Moby Magic“ befindet sich auf dem Weg zum sardischen Hafen Olbia, als sie vor der Küste Sardiniens sinkt. Alle 160 Menschen an Bord können gerettet werden. Im Maschinenraum war ein Leck. Der Kapitän der Fähre schließt einen Manövrierfehler als Unglücksursache nicht aus.

15. August 2002 vor der belgischen Küste:  Auf dem Weg vom englischen Hull ins belgische Zeebrugge bricht im Maschinenraum der Fähre "Norsea" ein Feuer aus. Zwei Seeleute erleiden bei der Brandbekämpfung leichte Verletzungen. Die übrigen 700 Passagiere und 120 Mann Besatzung bleiben unversehrt.

10. Februar 2002 vor Gran Canaria:  Kurz nach dem Auslaufen aus Las Palmas in Richtung Teneriffa bricht die hintere Tragfläche der "Princesa Teguise" ab. Dadurch stoppt das schnelle Tragflügelboot abrupt und schlägt auf dem Wasser auf. 52 Menschen werden schwer verletzt.

20. Dezember 2001 vor der finnischen Küste:  Die finnische Fähre „Isabella“ strandet an Felsen vor den Aland-Inseln in der Ostsee. Dabei reißt die Bordwand auf. Alle 655 Passagiere und 156 Besatzungsmitglieder können gerettet werden.

6. Juli 2001 vor der Küste Schwedens:  Auf der unter deutscher Flagge geführten Fähre „Rügen“ bricht ein Feuer an der Hauptschalttafel im Maschinenraum aus. Der Brand kann gelöscht werden. Die Fähre mit 261 Menschen an Bord war vom Hafen Sassnitz auf Rügen unterwegs nach Trelleborg in Schweden.

1. Juli 2001 vor der Küste Schwedens:  Auf der deutschen Fähre „Sassnitz“ bricht auf dem Weg von Rügen ins schwedische Trelleborg ein Brand im Maschinenraum aus. Die Fähre wird zum Hafen Sassnitz auf Rügen zurückgeschleppt, alle 230 Menschen an Bord bleiben unverletzt.

26. September 2000 vor der griechischen Küste:  Vor der griechischen Insel Paros läuft die Fähre „Express Samina“ auf einen gut sichtbaren und mit Leuchtfeuer versehenen Felsen auf. Das Schiff bricht auseinander und sinkt in 45 Minuten. Von den 534 Menschen an Bord kommen 80 ums Leben. Der Kapitän wird verhaftet. Er und seine Offiziere sollen in der Bar ein Fußballspiel im Fernsehen verfolgt haben statt auf der Brücke zu sein.

26. November 1999 vor der Küste Norwegens:  Die norwegische Katamaran-Fähre "Sleipner" läuft im norwegischen Bomla-Fjord auf ein Riff und sinkt. An Bord sind 88 Menschen, 16 Opfer sind zu beklagen.

1. November 1999 vor der griechischen Küste:  An der westgriechischen Küste gerät die Fähre „Superfast 3“ auf dem Weg von Patras zum italienischen Ancona in Brand. Das Feuer, das auf einem Lastwagen ausgebrochen war, greift schnell um sich. 14 Passagiere sterben.

8. Juli 1999 vor der norwegischen Küste:  Im Maschinenraum der norwegischen Ostseefähre "Prinsesse Ragnhild" bricht auf dem Weg von Kiel nach Oslo Feuer aus. Eine Frau stirbt nach einer Herzattacke. Die übrigen 1 339 Menschen an Bord bleiben unverletzt.

5. März 1997 vor der Küste Schwedens:  In den Schären vor Stockholm läuft die Fähre „Seawind“ mit 135 Personen auf Grund. Die Passagiere werden von einer anderen Fähre aufgenommen. Niemand wird verletzt.

26. August 1996 vor der Küste Englands:  Auf der Personenfähre "Trident 7" bricht Feuer aus, als sich das Schiff östlich der Kanalinsel Guernsey befindet. Bis auf eine Passagierin bleiben alle Fahrgäste unverletzt.

18. Juni 1995 vor der Küste Hollands:  Bei einem Brand im Maschinenraum der Fähre „Euromagique“ vor dem niederländischen Hafen Vlissingen bleiben alle 136 Passagiere und Besatzungsmitglieder unverletzt.

27. Mai 1995 vor der finnischen Küste:  Kurz nach dem Verlassen des Hafens von Helsinki läuft das estnische Tragflächenboot „Laura“ in dichtem Nebel auf Grund. Alle 208 Personen an Bord bleiben unverletzt.

Quelle: ADAC

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Verhaltens-Tipps für Passagiere

Im Normalfall:

- Erkunden Sie die Decks und studieren Sie die Orientierungspläne, Plakate und Hinweisschilder
- Stellen Sie fest, welche Sammelstation die für Sie nächst gelegene ist, und gehen Sie dabei die in Frage kommenden Fluchtwege ab
- Sehen Sie nach, wo Rettungsboote, Rettungsinseln und Evakuierungsrutschen stationiert sind
- Beachten Sie die Sicherheitshinweise per Lautsprecherdurchsagen, Videovorführungen, Live-Demonstrationen und/ oder in Faltblättern
- Machen Sie sich klar, wie man die Schwimmwesten anlegt, und ob kleinere Westen für Kinder vorhanden sind
- Halten Sie sich während der Fahrt nicht im Autodeck auf, auch wenn dessen Türen offen stehen; Rauchen Sie nie auf dem Autodeck und generell nur in den für Raucher ausgewiesenen Passagierbereichen
- Sprechen Sie die Crew an, wenn Sie Fragen haben
- Verzichten Sie auf "Souvenirs" wie Rettungsringe, Schwimmwesten, Nachtlichter oder Pfeifen - sie retten im Notfall Leben

Im Notfall:

- Beim Notfall ertönt das Alarmsignal: sieben kurze und ein langer Ton
- Bewahren Sie Ruhe und folgen Sie den Anweisungen der Crew
- Falls noch möglich, ziehen Sie sich warme Sachen an
- Gehen Sie umgehend zu den Sammelstationen, benutzen Sie keine Aufzüge und nehmen Sie kein Gepäck mit
- Wenn Sie verrauchte Zonen des Schiffes passieren müssen, gehen Sie gebückt oder kriechen Sie auf dem Boden. Orientieren Sie sich an den Leuchtstreifen entlang der Fluchtwege
- In den Sammelstationen erhalten Sie Schwimmwesten, die Sie anlegen müssen. Danach führt Sie die Crew zu den Rettungsbooten, Rettungsinseln oder Evakuierungsrutschen
- Helfen Sie Kindern und anderen Passagieren beim Anlegen der Westen und beim Aufsuchen der Rettungsmittel
- Sollten Sie Feuer entdecken, melden Sie es sofort der Crew oder lösen Sie einen Feuermelder aus

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