Die Caravaning-Branche präsentiert sich auf der CMT 2006 bunter und attraktiver denn je.
Von solchen Zuwachsraten können andere Branchen nur träumen: plus 14,0 Prozent im August, plus 27,8 Prozent im September 2005 – in beinahe astronomischer Höhe schnellten die Zulassungszahlen für Reisemobile im Vergleich zu den Vorjahresmonaten. Auch die Wohnwagen, deren Beliebtheit in den vergangenen Jahren etwas nachzulassen schien, legten in der zweiten Jahreshälfte 2005 noch einmal kräftig zu: plus 19,1 Prozent im August, 14,1 Prozent im September. Diese jüngst vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) präsentierten Zahlen dokumentieren auf eindruckvolle Weise, dass sich die Urlaubsform Caravaning nach wie vor auf der Überholspur befindet.
Dies sind natürlich auch beste Voraussetzungen für die CMT 2006. Längst hat sich der „C“-Teil auf Europas größter Freizeitmesse zum Schaufenster für die Branche gemausert – mit einer Vielzahl von Weltpremieren. Vom 14. bis zum 22. Januar werden sich nicht nur die Blicke der Fachwelt nach Stuttgart richten, denn auf der CMT wird das wohl ungewöhnlichste Projekt in der Caravaning-Welt seit vielen Jahren präsentiert – das Frauenmobil. Der renommierte Reisemobil- und Caravanhersteller Dethleffs aus Isny zeigt zum Start seines 75-Jahr-Jubiläums auf dem Killesberg ein Reisemobil, dessen Konstruktion ausschließlich auf den Wünschen von Frauen beruht.
Die Idee entstand spontan vor einem Jahr, als sich Leserinnen des Reisemobil-Fachmagazins Promobil beklagten, dass die aktuellen Freizeitfahrzeuge ihren Bedürfnissen und Wünschen nicht immer gerecht würden. Dethleffs-Geschäftsführer Thomas Fritz reagierte auf die Kritik und lud zusammen mit der Zeitschrift Frauen ein, um ein wirklich praxisgerechtes Wohnmobil zu bauen. In zwei Workshops entwickelten die sieben eingeladenen Freizeit-Konstrukteurinnen ein Fahrzeug, das in vielen Details von den Standards abweicht.
Der bekannte Fahrzeug-Designer Michael Studer setzte die Wünsche der Praktikerinnen (alle sieben sind langjährige Reisemobilistinnen) in Entwürfe um. Das fertige Ergebnis werden die Besucher auf der CMT 2006 bestaunen können. Soviel sei schon jetzt verraten: Der Prototyp des Frauenmobils wird sich durch eine ungewöhnliche Raumaufteilung, durch vielfältige Staumöglichkeiten und eine in dieser Form einmalige Küchenzeile von der Masse abheben.
„Wir freuen uns schon darauf, auf der CMT in Stuttgart das wohl innovativste Reisemobil seit Jahren zeigen zu können“, gibt sich Dethleffs-Chef Fritz enthusiastisch. Er glaubt, dass viele Ideen des Show-Mobils künftig in diese Serie einfließen werden – und dass auch Männer daran Gefallen finden.
Natürlich werden auch etliche andere Hersteller aus der Caravaning-Industrie die Messehallen auf dem Killesberg zur Vorstellung neuer Modelle nutzen. Denn längst hat sich die CMT zur wichtigsten Schau zum Start des neuen Reisejahres gemausert. Mehr als 500 Freizeitfahrzeuge aller Art und für jeden Geldbeutel belegen mehr als die Hälfte der Ausstellungsfläche und zeigen, wie vielfältig Caravaning sein kann. Und wie bunt.
Die Farbe ist nämlich der Megatrend des Modelljahrgangs 2006: Zeichneten sich Wohnmobile und Caravans in früheren Jahren durch ein im großen und ganzen weißes Outfit aus, haben die Hersteller nun offensichtlich kollektiv in die Farbtöpfe gelangt: rote, blaue, grüne und silberne Reisemobile sind absolut „in“. Sogar orange-farbene Rallyestreifen feiern auf der CMT bei Caravans fröhliche Urständ. Jeder bekommt das, was ihm gefällt.
Groß wie nie zuvor wird auf dem Killesberg das Angebot an kompakten Reisemobilen sein: Etwa sechs Meter lang, nicht zu breit – aber doch viel Komfort für Paare, die auf den eigenen Rädern die Welt entdecken wollen – dies ist 2006 gefragt wie selten zuvor. In Stuttgart dürfen sich die Besucher schon auf die Vertreter dieser ganz besonders populären Mobil-Klasse freuen, etwa den Hymer Van, den Dethleffs Fortero, den Bürstner Solano, den Hehn Van oder den Winner T. Ein Heimspiel hat quasi der Seitz Tikro, der nur 30 Kilometer vom Stuttgarter Messegelände entfernt in Kleinaspach gebaut wird. Als besondere Hingucker wetteifern obendrein der neue Bürstner Megavan und der M-Liner von Knaus um die Gunst des Publikums.
Gerade diese beiden neuen Reisemobile beweisen, dass die Industrie nicht nur schicke Schalen für die rollenden Ferienhäuser liefert, sondern auch mit vielen innovativen Ideen bei der Inneneinrichtung aufwartet. „Mehr Individualität und mehr Emotion“, titelte jüngst ein Fachblatt über den Modelljahrgang 2006, der mit teilweise noch nie gesehenen Wohnkonzepten an den Start geht. Eine frei im Raum stehende Küche in einem Wohnmobil? Vielfach variable Stauräume? Auf der CMT 2006 wird dies alles gezeigt.
Auch ein eigentlich schon länger bekanntes Wohnmobil, die besonders noble Hymer-S-Klasse, stellt sich in Stuttgart als Novum vor: Als erstes Fahrzeug auf der Welt überhaupt, das serienmäßig eine Brennstoffzelle an Bord hat. Die umweltfreundliche Energiequelle, die keine Abgase hinterlässt, sorgt dafür, dass stets genügend Strom geliefert wird, um beispielsweise abseits der üblichen Pfade das Satelliten-Fernsehen genießen zu können.
Was sich in immer mehr Wohnzimmern durchsetzt, ist auch in den fahrenden Ferienhäusern gang und gäbe: Flachbildschirme. Neben den Navigationsgeräten zählen sie mitsamt den automatischen Sat-Antennen zu den gefragtesten Zubehör-Accessoires. Ein Beweis mehr, dass Caravaning immer mehr mit Komfort verbunden ist. Das ganze Spektrum dessen, was den Urlaub erst richtig schön macht, ist in Stuttgart zu sehen.
Es ist aber nicht nur die „Hardware“, die alljährlich zum Erfolg von Europas bedeutendster Publikumsmesse für Touristik und Freizeit beträgt – es sind auch die vielen Traumziele, unter denen die Besucher die angenehme Qual der Wahl haben. Alle touristischen Regionen Europas locken mit ausgezeichneten Campingplätzen; daneben werben Gemeinden mit speziellen Stellplätzen für die Wohnmobil-Touristen.
Als „i-Tüpfelchen“ stellt sich schließlich eine der schönsten Landschaften Frankreichs als CMT-Caravaning-Partnerregion 2006 vor: Languedoc-Roussillon. Nicht weniger als 817 klassifizierte Campingplätze weisen die fünf Departements Aude, Gard, Hérault, Lozère und Pyrénées-Orientales aus. Sie locken mit einer landschaftlichen Vielfalt, die ihresgleichen sucht.
Weil Caravaning so populär ist, geht auch die Messe Stuttgart bei der CMT erneut mit gutem Beispiel voran: Passend zum anhaltenden Boom im „C“-Bereich richtet sie einen Reisemobilstellplatz auf Zeit ein. Während der CMT 2006 können die Besucher wie bereits 2005 auf dem P8 direkt am Messe-Haupteingang Süd übernachten. Die Park- und Übernachtungsgebühr mit kompletter Ver- und Entsorgung beträgt 16 Euro. Insgesamt stehen rund 75 Stellplätze bereit.