![]() | getrieben. Stories aus der wilden weiten Welt "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen." Oder: "Reisen bildet." Sprichworte, die natürlich was Wahres in sich bergen. Wahr aber nur, wenn sich der Reisende auch wirklich auf das einlässt, was er vorfindet, wenn er neugierig genug ist, auch hinter die Kulissen zu blicken. Das macht der "normale" Tourist eher weniger, der ist froh, wenn er einen schönen Urlaub verlebt, gut essen und trinken kann. In das Leben des Landes kann und will er so nicht eintauchen. Dafür gibt es Reporter, Autoren, die sich wie Andreas Altmann für nichts zu schade sind. Die sich, wie er, hineinstürzen in die Substanz der weiten wilden Welt. So heißt auch der Untertitel seines jüngsten Bandes "getrieben. Stories aus der wilden weiten Welt".
Andreas Altmann geht dabei extrem weit, er hat die Gabe sich fallen zu lassen, teilweise mit seinem ganzen Körper zu erfahren, mehr als hautnah zu spüren- im wahrsten Wortsinn.
Und er spielt virtuos mit der Sprache. Macht intimste Geschehnisse nachvollziehbar, auch wenn der Leser sie um Gottes willen selbst so nicht erleben möchte.
Mit dem, was man uns landläufig unter Abenteuer implizieren möchte, geht Altmann hart ins Gericht: "Diese monströse Verschwendungssucht von Superlativen, diese eiskalte Hinrichtung eines sagenhaften Worts. Der Daddy-Tourist mit einmal sechzig Minuten freiem Auslauf pro Tag gilt als ‚Abenteurer-Urlauber'. Das Foto der Gattin, den Häuptling umarmend ,als Nachweis für die aufregende Begegnung mit fremden Kulturen'."
Andreas Altmann erhielt 1991 den renommierten Egon Erwin Kisch-Preis für die Reportage "Äthiopien ganz nah: Leben am Rand der Welt" (FAZ-Magazin). 2003 folgte die Auszeichnung durch die Deutsche Aids-Stiftung für die Reportage "Prabat Nampu".
ws
Solibro-Verlag 1. Aufl. 2005, gebunden, 208 Seiten, ISBN 3-932927-25-7, Preis: 14,90 Euro |