
Das Ostseebad Grömitz liegt am Rand der Lübecker Bucht auf der Halbinsel Wagrien. Grömitz ist eines der ältesten Seebäder, besaß bereits schon um 1400 einen eigenen Seehafen und betrieb regen Handel mit anderen an der Trave gelegenen Hafenstädten. Aus dieser langen Tradition heraus ergeben sich zahlreiche für Touristen spannende Einblicke, die sich in den vielen Sehenswürdigkeiten widerspiegeln.
Ein beliebter Treffpunkt in Grömitz ist die 398 m lange Seebrücke. Von der Seebrücke aus starten die Schiffe, die die Urlauber mit auf verschiedene Ausflüge nehmen. Das Bäderschiff der „Seelöwe“ fährt nach Boltenhagen, Travemünde und Fehmarn, der Traditionssegler „Norden“ bietet zum Beispiel eine Familien-Piratenfahrt an. Diese Angebote werden jährlich von vielen Touristen genutzt.
Zudem findet der Urlauber an der Seebrücke eine weltweit neuartige Tauchgondel. Diese ermöglicht es Mutigen, sich die Unterwasserwelt der Ostsee aus nächster Nähe anzusehen, ohne dabei nass zu werden. Man fährt mit der Gondel 3,5 m in die Tiefe und befindet sich dann nur noch einen Meter über dem Meeresboden. Unter der Wasseroberfläche hat man schließlich ca. 30 bis 40 Minuten Zeit, die verschiedenen Fische und Krebse zu betrachten.
Neben der Seebrücke erstreckt sich der 8 km lange Strand, der flach und feinsandig ist und Beachvolleyball- Anlagen und Strandspielplätze bietet. Auch die angrenzende 3,5 km lange Strandpromenade lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein: Es gibt viele Boutiquen, Cafés und Restaurants, die zu längeren Aufenthalten verführen.
Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Klosterdorf Cismar. Das Dorf hat heute 800 Einwohner und seine größte Attraktion ist das Benediktinerkloster, das 1245 von Lübeck nach Cismar verlegt wurde. Grund dafür war, dass Mönche und Nonnen zusammen in dem Kloster lebten und es deswegen zu Bedenken bezüglich der Moral der Klostergemeinschaft kam. Auch in Cismar musste der Konvent zuerst darum kämpfen, seinen Ruf wiederherzustellen. Das war ab 1256 möglich, u.a. durch eine Blut-Christi-Reliquie. Ein weiterer Wallfahrermagnet war die Johannes-Quelle, die 1249 zur Heilquelle geweiht wurde. So wurde Cismar zu einem bedeutenden Wallfahrtsort und stand zwei Jahrhunderte in kultureller Blüte. Dazu trugen künstlerische, wie die Kirche und insbesondere der Altar, geisteswissenschaftliche, besonders die Klosterbibliothek, und landwirtschaftliche Leistungen bei.
1561 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst und aus dem Hof wurde ein gewöhnlicher Gutshof. Zwischenzeitlich wurde aus dem ehemaligen Kloster ein Jugendwohnheim und heute beinhaltet es ein Kunstmuseum. Wenn man heutzutage auf der stillen Anlage umherwandert, kann man sich nur noch schwer vorstellen, dass einst Scharen von Pilgern nach Cismar kamen. Doch es ist immer noch eine gewisse Faszination spürbar, die damals noch um einiges größer gewesen sein muss.
Vor allem bei Familien mit Kindern beliebt ist der Zoo „Arche Noah“. Auf über 10 ha Fläche begegnet man zahlreichen verschiedenen Tierarten, über deren Herkunft, Haltung und Aufzucht man auf Infotafeln alles Wichtige in Erfahrung bringen kann. Gleich zu Beginn des Zoobesuches kommen die Kinder voll auf ihre Kosten: Der Streichelzoo lockt jeden Tag viele Kinder an, die die Zwergziegen, Esel und Maskenschweine sowohl streicheln als auch füttern können. Zum Füttern sollte allerdings nur das zooeigene und dort erhältliche Futter genutzt werden.
Ebenfalls beliebt bei Kindern sind der Spielplatz mit dem daneben gelegenen Spielschiff sowie die Kindereisenbahn und die Ponyreitbahn. Hier können sich die Kinder richtig austoben und die Erwachsenen können eine kleine Erholungspause einlegen. Zu einer gelungenen Pause gehören natürlich auch Essen und Trinken. Für das leibliche Wohl ist im Zoo Arche Noah gesorgt: Es gibt mehrere Restaurants und Cafés und zusätzlich noch kostenlose Grillplätze, auf denen man sich selbst versorgen kann.
Ein besonderes Highlight im Zoo sind die Führungen mit den Tierpflegern. Diese sind kostenlos und dauern ca. eine Stunde. Man kann die Tierpfleger begleiten und ihnen bei der Fütterung zusehen. Morgens geht es bei den Seehunden los, und die Führung geht weiter zu den Waschbären, Kängurus, Lamas und anderen Tieren.
In Grömitz selbst gehört die St. Nicolai-Kirche zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Die Kirche wurde vermutlich 1230 errichtet und dem Märtyrerbischof Nicolaus von Myra gewidmet. Dieser war der Schutzpatron der Kinder und Bedrängten und auch der der Fischer. Der Turm war im 13. Jahrhundert wahrscheinlich noch nicht vorhanden und wurde erst im 15. Jahrhundert als Ausdruck eines neuen Ranges angebaut. Zu dieser Zeit hatte Grömitz nämlich eine städtische Verfassung eingeführt.
Als eine letzte Sehenswürdigkeit soll das Haus der Natur in Cismar beschrieben werden. Hierbei handelt es sich um Naturkundemuseum, in dem es auf einer Fläche von etwa 500 qkm verschiedene Mineralien, Fossilien und präparierte Tiere zu sehen gibt. Das Museum hat bei seiner Ausstellung einen Schwerpunkt auf die Sammlung von Schnecken und Muscheln gelegt. Es werden ca. 4.000 verschiedene Weichtierarten zur Schau gestellt.