
Ungewöhnliche Materialien finden sich in den Bildern und Collagen der Hamburger Künstlerin Heinke Böhnert wieder. Nicht nur Segeltuch, das bereits viele Seemeilen gedient hat, auch Strandgut oder Verpackungsmaterialien baut die 46-Jährige in ihre Werke mit ein. Da lugt schon mal das Etikett einer Bierflasche auf der Leinwand hervor. Auf der diesjährigen hanseboot vom 27. Oktober bis zum 4. November stellen 33 Marinemaler und Galeristen ihre Werke rund um das Thema Assoziationen zur See aus. Die 23. art maritim wird im Obergeschoss der Halle B2 gezeigt.
Böhnert ist erstmals mit ihren rund um den Segelsport angesiedelten Bildern auf der art maritim vertreten. "Ich habe einen besonderen Themenschwerpunkt auf das HSH Nordbank blue race gesetzt, das ich hautnah verfolgt habe", sagt die Künstlerin, die häufig Regattaszenen darstellt. "Ich freue mich auf das fachkundige Hamburger Publikum und den direkten Draht zu den Kunden. Meine Bilder sind ja sonst vor Allem in Galerien zu finden. Außerdem bin ich gespannt auf den Austausch mit den anderen Ausstellern", sagt Böhnert, die selber leidenschaftlich gerne segelt. Böhnkes großformatige Segelbilder entstehen in einer reduzierten Formgebung, die durch intensive Farbwirkung und einen dichten Farbauftrag bestimmt ist. Mit an Bord auf Böhnkes Messe-Stand ist auch Atelier-Kollegin Marion Bartels, die Wasserlandschaften aus Acrylfarbe entstehen lässt.
Die Galerie Rieck stellt ebenfalls erstmals etwa 40 Gemälde namhafter Künstler aus. Die Spezialisten für skandinavische Malerei zwischen 1800 und 1930 präsentieren verschiedenste Perspektiven auf das maritime Leben der letzen zwei Jahrhunderte im Norden Europas. Nicht nur klassische Seestücke, sondern vielmehr das gesamte Leben am, auf oder um das Wasser herum stehen im Fokus. Interessante Hafenansichten, schöne Strandstimmungen oder detailreiche Darstellung des maritimen Lebens sind für Kunst- als auch Schifffahrtsinteressierte am Ausstellungsstand zu entdecken. So ist das Gemälde "Am Strand" vom dänischen Marinemaler Christian Blache 1913 entstanden und mit seinen Ausmaßen von 160 mal 120 Zentimetern eine beeindruckend große Schilderung einer abendliche Stimmung an der See. Auch die impressionistischen Gemälde von Michael Ancher, Carl Locher oder Laurits Tuxen fangen das typische skandinavische Licht ein.
Die Ausstellung der Künstler und Galeristen im Obergeschoss der Halle B2 lädt zum bummeln, schlendern und verweilen ein. Nach dem blitzenden Chrom und Messing in den Bootshallen, bieten die Kunstwerke der art maritim einen abwechslungsreichen Streifzug durch die eigene Vorstellungskraft. Die verschiedenen Stilrichtungen ermöglichen es, für jeden ästhetischen Geschmack eine Auswahl an Werken zu finden, die neben der Betrachtung auch käuflich zu erwerben sind. Auf eine aus Museen zusammen getragene Kunstausstellung unverkäuflicher Werke wird bei der 23 art maritim in diesem Jahr erstmals verzichtet.