Mitsubishi-Himalaya-Tour

Vor schneebedeckten Gipfeln warten Passhöhen von über 4000 Meter.

Von der Wüste in eisige Höhen

Schon 300 Kilometer hinter Kashgar geht es durch enge Schluchten hinauf auf 3000 Meter.
Die Piste nach Tibet führt durch verschneite Hochtäler. Die Piste nach Tibet führt durch verschneite Hochtäler.

Mit zwei Mitsubishi Pajeros aus chinesischer Produktion startet eine deutsche Gruppe zur Reportage-Reise auf dem "Xinjiang-Highway". Ziel der 3000-Kilometer-Tour sind das alte Himalaya-Königreich Guge, der vielen Religionen heilige Berg Kailash und Tibets Metropole Lhasa.

Kashgar, die größte Oasenstadt Chinas am Rande der Wüste Taklamakan, ist Ausgangspunkt für eine der ganz großen Fernreisen, die heute noch mit dem Auto machbar ist. Hier, wo die südliche und die nördliche Seidenstraße zusammentreffen, lag schon vor über 2000 Jahren der wichtigste Umschlagplatz für Karawanen, deren Ladung für China, Indien, Persien und den Mittelmer-Raum bestimmt war.

Der Markt in Kashgar zählt auch heute zu den größten und schönsten der Welt. Er lockt an einem einzigen Wochenendtag bis zu 100.000 Besucher an. Auch wir bunkern für unsere Himalaya-Tour hier einen Teil der Verpflegung für die nächsten Wochen, unter anderem getrocknete Aprikosen, Pfirsische und Feigen, aber auch "Kara-Uruk", eine einheimische Pflaumenart, die man hier gegen die gefürchtete Höhenkrankheit kaut (was, wie wir erfahren konnten, auch tatsächlich funktioniert).

Aber nicht die alten Handelsrouten der Seidenstraße sind das Ziel der Abenteuerreise. Hier am Rande der Wüste Taklamakan, in 1.300 Meter Höhe, beginnt auch der "Xinjiang-Highway", der Kashgar und damit Chinas größte Provinz Xinjiang über 3000 Kilometer Entfernung mit Lhasa in Tibet verbindet. "Highway" ist dabei aber nur ein Wort, denn schon knapp 300 Kilometer hinter Kashgar endet der Asphalt. Hier beginnt die rauhe Wirklichkeit der chinesischen "Fernstraße 219", die auch heute noch für Mensch und Auto als echte Herausforderung gilt.

Was als Asphaltband in Kashgar begann, wird zwischen den Bergen des Kunlun Shan und den Ausläufern der Himalaya zu einer endlosen Kette von staubigen Naturstraßen und steinigen Bergpisten, die sich durch enge Schluchten steil in die Höhe winden. Noch einmal 100 Kilometer weiter und vier Stunden später haben wir mit den beiden Pajeros bereits 3000 Meter Höhe erreicht. Trotzdem geht es ab jetzt nur noch weiter aufwärts. Dabei zählt der "Kuda-daban" ("-daban" ist die chinesische Bezeichnung von "Pass) mit 3250 Meter Höhe noch zu den kleineren Pässen.

Auf der Fernstraße 219 wird das Niveau der höchsten Alpenpässe, vom Großen St. Bernhard (2473 Meter) bis zum Col de l'Iseran (2770 Meter) nicht einmal registriert. Wo die Zugspitze (mit 2962 Meter Deutschlands höchster Berg) endet, beginnt hier das normale Höhenniveau für die Straße in Richtung Tibet. Und beim Überfahren der Passhöhe des "Chirag saldi-daban" in 4960 Meter Höhe hat man bereits am ersten Tag mit dem Auto den höchsten Alpengipfel des Montblanc (4.810 Meter) unter sich gelassen. Da ist man froh, wenn man die erste Nacht auf "nur" 3800 Meter Höhe in einem Vierbettzimmer in einem Rasthaus für Lkw-Fahrer verbringen kann.

Bei dieser Streckenführung wird die Luft schon recht dünn, aber nicht nur der Mensch atmet in dieser Höhe schwer. Auch die Motorleistung der beiden Pajeros von 92 PS (68 kW) sinkt wegen des geringen Luftdrucks in dieser Höhe rapide. Besetzt mit jeweils vier Personen und vollbeladen mit Treibstoff und Verpflegung kriechen wir die Pässe hinauf: Hicha-daban (4900 Meter) und Kangxiwe-daban (4280 Meter) sind für uns nur aber nur noch ein Aufwärmtraining. Denn 838 Kilometer hinter Kashgar erwartet uns auf unserem Weg nach Tibet und zu unserem ersten Ziel im Himalaya der erste "Fünftausender". Aber das ist eine andere Geschichte, demnächst hier. (ar/HPH)

Text: Hans-Peter Hauer

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reise-report

Kashgar am Rande der Wüste Taklamakan

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