Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.
Tropisch feucht-heißes Monsunklima mit ganzjährigen
Niederschlägen im Westen, nach Osten hin bis zu mehrmonatige Trockenzeiten
zwischen Mai und Oktober; ausgeprägte Klimaunterschiede auf relativ kurze
Entfernungen möglich (abhängig von Höhenlagen und Exposition zu
regenbringenden Monsunwinden); Durchschnittstemp. in Jakarta ganzjährig 27°
C.
Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben
Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten
6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder
(Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
bei Langzeitaufenthalten u. engerem Kontakt mit
der einheimischen Bevölkerung
(e)
bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(f)
bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in
bestimmten ländlichen Gebieten.
Reisebedingung 1: Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich
Reisebedingung 2: Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)
Reisebedingung 3: Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)
Wichtiger Hinweis:
Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).
Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).
hohes Risiko in
tiefer gelegenen Gebieten von Papua, auf den Molukken sowie auf allen Inseln
östlich von Bali einschl. Lombok (inkl. Gili-Inseln);
mittleres Risiko
auf Sumatra, besonders im NO und SO mit den Provinzen Riau
und Lampung, in Kalimantan (Borneo) sowie in Nord- und Zentral-Sulawesi,
geringer ausgeprägt in tiefer gelegenen ländlichen Gebieten der Südküste
von Java einschl. der Nationalparks, im Hochland von Jayawijaya, Irian Jaya
(Neu Guinea), sowie auf den übrigen Inseln;
geringes oder
kein Risiko auf Bali und
in den meisten Gebieten von Java; die Großstädte im N von Java gelten als
malariafrei.
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden
verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in
mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom
Warmen ins Kalte)
Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und
nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange
Hosen).
Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten
Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in
Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in
Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten
(Chemoprophylaxe) evtl. zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe
fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer
qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind
verschreibungspflichtig.
Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für
leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.
Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente
gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie
Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei
Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und
Verbandmaterial.
Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B.
zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.
Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen
müssen!
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.Cholera-Ausbrüche werden sporadisch
aus West Papua gemeldet, mit Typhus ist zu rechnen. Polio durch Wildvirus Typ 1 ging im
März 2005 nach 10-jähriger Pause durch Reimport mit 303 Erkrankungen erneut
in Zirkulation. Nach mehreren Impfkampagnen wurden für 2006 nur noch 2
Erkrankungen durch Wildviren registriert, seit 2007 bisher keine. Hygiene und
Impfschutz gegen Polio und Typhus weiterhin beachten.
Vogelgrippe: Seit November 2003 hat sich die hochpathogene Vogelgrippe
durch Influenza A(H5N1) mit örtlichen und regionalen Ausbrüchen bei
Geflügeltieren landesweit ausgebreitet. Mehr als 10 Millionen Tiere sind der
Tierseuche bisher zum Opfer gefallen. Seit Mitte 2005 gab es in Indonesien 184
menschliche Erkrankungsfälle, von denen 152 verstorben sind. Zuletzt erkrankte
ein 5-jähriges Mädchen aus Jakarta, es verstarb am 16. Januar. Die meisten
stammen aus Java, einige aus Sumatra, einzelne aus Süd-Sulawesi und Bali. Fast
alle hatten unmittelbare Kontakte zu kranken oder verendeten Tieren. Kontakte
mit lebendem Geflügel oder kranken Menschen sollten von Reisenden gemieden,
Hygiene beachtet werden.
Tollwut: Das Ziel, die vollständige Eradikation, könne nach neuen
Expertenschätzungen frühestens 2015 erreicht werden. Seit Auftreten der
ersten Fälle im November 2008 sind auf Bali schätzungsweise 150 Menschen an
der Infektion gestorben, davon 23 im Jahr 2011. Zuletzt starb ein 18-jähriger
Junge am 11. Dezember, nachdem er 6 Monate zuvor von einem Hund gebissen wurde.
Eine Postexpositionsprophylaxe hatte er nicht erhalten. Auf der Insel gibt es
weiterhin einen Mangel an Immunglobulinen. Moderne Zellkulturimpfstoffe sind
nach Auskunft des Auswärtigen Amtes in einigen Zentren und Krankenhäusern
verfügbar (z.B. Bali International Medical Center und SOS Medika in Kuta sowie
RS. Sanglah, Emergency Hospital in Denpasar). Auch aus anderen Regionen
Indonesiens werden Fälle berichtet. In der Region East Nusa Tenggara, zu der
auch die Insel Flores gehört, sind seit 1997 216 Menschen gestorben. Aufgrund
der aktuellen Situation sollte die Indikation für eine präexpositionelle
Impfung großzügiger gestellt werden.
Chikungunya (CHIC), Dengue (DEN): Beide grippeähnlichen, mückenübertragenen Viruskrankheiten
kommen in Indonesien regelmäßig vor. Ein Schwerpunkt für DEN ist Java, vor
allem der Osten der Insel, aber auch die Südküste (Yogyakarta). Mit einem
Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere in den Monaten
Dezember bis März. CHIC: In den letzten zwei Jahren sollen mehr als 1.000
Menschen erkrankt sein. Schutz vor tag- und nachtaktiven Mücken
beachten.
Methanolvergiftung: Aus den Regionen Lombok und Bali wurden in den letzten
Monaten mehrere Fälle von Vergiftungen nach Alkoholgenuss gemeldet, es ist
auch zu Todesfällen gekommen. Ursache waren vermutlich mit Methanol
verunreinigte Getränke (Cocktails). Auch Touristen waren betroffen, im August
verstarb eine Frau aus Aachen während des Urlaubs. Methanolvergiftungen kommen
in Indonesien nicht selten vor. Sie können zu schweren gesundheitlichen
Schäden (z.B. Gehirnschädigungen und Nierenversagen) führen und
schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Alkoholische Getränke aus obskuren
Quellen, nicht selten als örtliche Spezialität angepriesen, stellen ein hohes
Risiko dar und sollten prinzipiell gemieden werden.
Medizinische Versorgung: Außerhalb der Großstädte und Touristikzentren auf Java und
Bali ist mit erheblichen Engpässen bei der ärztlichen und medikamentösen
Versorgung zu rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten,
Begleitattest ratsam), Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des
Rettungsrückflug-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.
"Haze": Während der Trockenzeit auftretender, durch Waldbrände
verursachter Smog, der zu Schleimhaut- und Atemwegsreizungen führen kann
(Kalimantan, Zentral- und Südsumatra). Gesundheitsstörungen können besonders
bei Herz- und Lungenkranken, Asthmatikern, älteren personen und Kleinkindern
auftreten.
Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.
Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.
Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.
Trotz optimaler Vorbereitung und Beratung im Vorfeld einer Reise durch erfahrene Reisemediziner kann unterwegs sowohl im Inland als auch im Ausland jederzeit ein plötzliches Gesundheitsproblem in Form einer Krankheit oder eines Unfalls auftreten.
Der schnelle Abruf bzw. das Vorliegen verlässlicher Informationen über Ihren Gesundheitszustand können in solchen Fällen lebensrettend sein. Die CRM travel.CARD ermöglicht Ärzten im Notfall Ihre persönlichen, medizinischen Daten einzusehen.
Ihre persönliche Gesundheitsakte enthält wichtige Informationen über vorliegende Krankheiten, Allergien, eingenommene Medikamente und Kontaktdaten Ihrer behandelnden Ärzte.
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung zur CRM travel.CARD informieren.
Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:
Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)
Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)
Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.
Die Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.