Indonesien Reise-Gesundheitsinformation


Die untenstehende Gesundheits-Länderinfomation wurde vom Centrum für Reisemedizin (CRM) zusammengestellt.

Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin: Indonesien
TravelMED

Reisemedizinische Länderinformationen des CRM Centrum für Reisemedizin
Stand: 02.02.2012

Indonesien

Indonesien

In diesem Dokument
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.



 Klima 

Tropisch feucht-heißes Monsunklima mit ganzjährigen Niederschlägen im Westen, nach Osten hin bis zu mehrmonatige Trockenzeiten zwischen Mai und Oktober; ausgeprägte Klimaunterschiede auf relativ kurze Entfernungen möglich (abhängig von Höhenlagen und Exposition zu regenbringenden Monsunwinden); Durchschnittstemp. in Jakarta ganzjährig 27° C.


 Einreise-Impfvorschriften 

Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben

Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
TravelMED
Qualifizierte Beratungsstellen

Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Ruanda · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik ·


 Empfohlener Impfschutz 

Generell: Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender, spez. Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A

Je nach Reisestil und Aufenthaltsbedingungen im Lande außerdem zu erwägen

TravelMED
Qualifizierte Beratungsstellen
Impfschutz Reisebedingung 1 Reisebedingung 2 Reisebedingung 3
x

x

x

x

x

x

(d) bei Langzeitaufenthalten u. engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
(e) bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
(f) bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in bestimmten ländlichen Gebieten.

Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich

Reisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)

Reisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)


Wichtiger Hinweis:

Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).

Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).


 Malaria 

Risiko:

ganzjährig

TravelMED
Mückenschutz
  • hohes Risiko in tiefer gelegenen Gebieten von Papua, auf den Molukken sowie auf allen Inseln östlich von Bali einschl. Lombok (inkl. Gili-Inseln);
  • mittleres Risiko auf Sumatra, besonders im NO und SO mit den Provinzen Riau und Lampung, in Kalimantan (Borneo) sowie in Nord- und Zentral-Sulawesi, geringer ausgeprägt in tiefer gelegenen ländlichen Gebieten der Südküste von Java einschl. der Nationalparks, im Hochland von Jayawijaya, Irian Jaya (Neu Guinea), sowie auf den übrigen Inseln;
  • geringes oder kein Risiko auf Bali und in den meisten Gebieten von Java; die Großstädte im N von Java gelten als malariafrei.
Vorbeugung:

Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
  • Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
  • Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
  • Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
  • Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)

Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) evtl. zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.


 Ratschläge zur Reiseapotheke 

Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.

Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.

Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.

Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!

Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.


 Aktuelle Meldungen 

DarminfektionenRisiko für Durchfallerkrankungen landesweit.Cholera-Ausbrüche werden sporadisch aus West Papua gemeldet, mit Typhus ist zu rechnen. Polio durch Wildvirus Typ 1 ging im März 2005 nach 10-jähriger Pause durch Reimport mit 303 Erkrankungen erneut in Zirkulation. Nach mehreren Impfkampagnen wurden für 2006 nur noch 2 Erkrankungen durch Wildviren registriert, seit 2007 bisher keine. Hygiene und Impfschutz gegen Polio und Typhus weiterhin beachten.

VogelgrippeSeit November 2003 hat sich die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) mit örtlichen und regionalen Ausbrüchen bei Geflügeltieren landesweit ausgebreitet. Mehr als 10 Millionen Tiere sind der Tierseuche bisher zum Opfer gefallen. Seit Mitte 2005 gab es in Indonesien 184 menschliche Erkrankungsfälle, von denen 152 verstorben sind. Zuletzt erkrankte ein 5-jähriges Mädchen aus Jakarta, es verstarb am 16. Januar. Die meisten stammen aus Java, einige aus Sumatra, einzelne aus Süd-Sulawesi und Bali. Fast alle hatten unmittelbare Kontakte zu kranken oder verendeten Tieren. Kontakte mit lebendem Geflügel oder kranken Menschen sollten von Reisenden gemieden, Hygiene beachtet werden.

TollwutDas Ziel, die vollständige Eradikation, könne nach neuen Expertenschätzungen frühestens 2015 erreicht werden. Seit Auftreten der ersten Fälle im November 2008 sind auf Bali schätzungsweise 150 Menschen an der Infektion gestorben, davon 23 im Jahr 2011. Zuletzt starb ein 18-jähriger Junge am 11. Dezember, nachdem er 6 Monate zuvor von einem Hund gebissen wurde. Eine Postexpositionsprophylaxe hatte er nicht erhalten. Auf der Insel gibt es weiterhin einen Mangel an Immunglobulinen. Moderne Zellkulturimpfstoffe sind nach Auskunft des Auswärtigen Amtes in einigen Zentren und Krankenhäusern verfügbar (z.B. Bali International Medical Center und SOS Medika in Kuta sowie RS. Sanglah, Emergency Hospital in Denpasar). Auch aus anderen Regionen Indonesiens werden Fälle berichtet. In der Region East Nusa Tenggara, zu der auch die Insel Flores gehört, sind seit 1997 216 Menschen gestorben. Aufgrund der aktuellen Situation sollte die Indikation für eine präexpositionelle Impfung großzügiger gestellt werden.

Chikungunya (CHIC), Dengue (DEN)Beide grippeähnlichen, mückenübertragenen Viruskrankheiten kommen in Indonesien regelmäßig vor. Ein Schwerpunkt für DEN ist Java, vor allem der Osten der Insel, aber auch die Südküste (Yogyakarta). Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere in den Monaten Dezember bis März. CHIC: In den letzten zwei Jahren sollen mehr als 1.000 Menschen erkrankt sein. Schutz vor tag- und nachtaktiven Mücken beachten.

Methanolvergiftung: Aus den Regionen Lombok und Bali wurden in den letzten Monaten mehrere Fälle von Vergiftungen nach Alkoholgenuss gemeldet, es ist auch zu Todesfällen gekommen. Ursache waren vermutlich mit Methanol verunreinigte Getränke (Cocktails). Auch Touristen waren betroffen, im August verstarb eine Frau aus Aachen während des Urlaubs. Methanolvergiftungen kommen in Indonesien nicht selten vor. Sie können zu schweren gesundheitlichen Schäden (z.B. Gehirnschädigungen und Nierenversagen) führen und schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Alkoholische Getränke aus obskuren Quellen, nicht selten als örtliche Spezialität angepriesen, stellen ein hohes Risiko dar und sollten prinzipiell gemieden werden.


 Allgemeine Hinweise 

Medizinische Versorgung: Außerhalb der Großstädte und Touristikzentren auf Java und Bali ist mit erheblichen Engpässen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten, Begleitattest ratsam), Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des Rettungsrückflug-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.

"Haze": Während der Trockenzeit auftretender, durch Waldbrände verursachter Smog, der zu Schleimhaut- und Atemwegsreizungen führen kann (Kalimantan, Zentral- und Südsumatra). Gesundheitsstörungen können besonders bei Herz- und Lungenkranken, Asthmatikern, älteren personen und Kleinkindern auftreten.


 Botschaften 

Für Deutschland zuständige Vertretung:

Deutsche Vertretung:

(Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)


 Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung 

Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.

Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.


 Gesundheitsakten auf Reisen 

Trotz optimaler Vorbereitung und Beratung im Vorfeld einer Reise durch erfahrene Reisemediziner kann unterwegs sowohl im Inland als auch im Ausland jederzeit ein plötzliches Gesundheitsproblem in Form einer Krankheit oder eines Unfalls auftreten.

Der schnelle Abruf bzw. das Vorliegen verlässlicher Informationen über Ihren Gesundheitszustand können in solchen Fällen lebensrettend sein. Die CRM travel.CARD ermöglicht Ärzten im Notfall Ihre persönlichen, medizinischen Daten einzusehen.

Ihre persönliche Gesundheitsakte enthält wichtige Informationen über vorliegende Krankheiten, Allergien, eingenommene Medikamente und Kontaktdaten Ihrer behandelnden Ärzte.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung zur CRM travel.CARD informieren.


 Beratungsstellen 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:

Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)

Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)

Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.



Die Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.

© Inhalte: Centrum für Reisemedizin 2012

bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com">Druckversion

reise-report

Informationen zur Lage nach der Flutkatastrophe im Indischen Ozean

Aktueller Reisehinweis des Auswärtigen Amtes für Indonesien

Fremdenverkehrsamt in Deutschland

no news in this list.


Mehr Reise-Gesundheitsinfos



KontaktImpressumNewsletterAGBs