Wie die Inseln der Karibik ihre Namen erhielten

Karibik pur. So wie hier auf Puerto Rico stellt man sich die Straumstrände vor. Foto: Puerto Rico Tourism Company

Vom Fluss der Liebe und bärtigen Bäumen

"It's better in the Bahamas", ein Werbeslogan, dem man gerne glauben schenken mag...
Urlaub auf den Bahamas hat imer noch den Hauch von Luxus. Fotos: Bahamas Tourist Board
Jamaica ist auch ein beliebter Hochzeits-Spot. Foto: edition VASCO
Aruba: ein Stück Holland in der Karibik. Oranjestadt mit seinen farbenprächtigen Kolonialhäusern.
Arubas Strände versprechen Erholung pur. Foto: ARUBA

Form, Landbeschaffenheit oder einheimische Pflanzen standen Pate für die Namensgebung der karibischen Inseln. Oft ist diese mit der Ankunft von Christoph Kolumbus verknüpft, der einen Großteil der Eilande auf seiner ersten Reise 1493 sowie bei Folgefahrten entdeckte. Fiel ihm mal kein Name ein, bediente er sich aus dem reichen Heiligenfundus.

St. Kitts, Nevis, Anguilla und Antigua

So verlieh der Seefahrer St. Kitts und Nevis, die ursprünglich „Liamuiga“ („fruchtbares Land“) hießen, seinen eigenen Namen, St. Christophorus. Später verkürzten ihn die englischen Kolonialherren auf die Koseform St. Kitts. Nevis leitet sich vom spanischen „nieve“ (Schnee) ab, denn Kolumbus hielt den Wolken- und Nebelmantel des Nevis Peak für Schnee.

Aus dem spanischen anguillero (Aal) kommt die Bezeichnung für das karibische Anguilla. Im Vorbeisegeln hatte Kolumbus diese Form der Insel ausgemacht. Ebenfalls en passant taufte der Entdecker Antigua nach der Heiligen Jungfrau des Heimischen Gotteshauses in Sevilla (Santa Maria de la Antigua). Zu ihr soll er wenige Tage vor Reiseantritt gebetet haben. Die Arawak Indianer hingegen nannten ihre Insel „Wadadli“. Heute ist dieser Name, über dessen Bedeutung gerätselt wird, nur noch für das heimische Bier gebräuchlich. Auf dem Label der grünen Flasche ist sogar eine Landkarte von Antigua abgebildet.

Guadeloupe

Ganz verschwunden ist der ursprüngliche Name von Guadeloupe. Die Arawak-Indianer tauften das Eiland „Karukera“, was soviel wie „Insel der schönen Gewässer“ bedeutet. Als Kolumbus nach einem Sturm und fast verdurstet auf die Insel stieß, nannte er sie „Guadaloupe“ zu Ehren des spanischen Klosters „Santa Maria de Guadaloupe“. Er wollte der heiligen Maria dafür danken, dass er Trinkwasser gefunden und somit die Überfahrt überlebt hatte. Übrigens kommt der Name Guadaloupe aus dem Arabischen Guad al oup und bedeutet „Fluss der Liebe“. Somit haben beide Bezeichnungen etwas mit Wasser zu tun.

Bahamas

Seichte Gewässer waren für die Taufe der Bahamas verantwortlich, deren Name sich vom spanischen baja mar (niedriges Meer) ableitet. Die Bahamas waren die ersten Inseln, die von Kolumbus in der neuen Welt am 12. Oktober 1492 betreten wurden.

Trinidad und Tobago

Während seiner dritten Reise 1498 entdeckte Kolumbus eine Insel, der er den Namen Trinidad (Dreieinigkeit) gab. Dafür gibt es heute zwei Erklärungen. Zum einen vermutet man, er habe aus christlicher Dankbarkeit seinen Bezug zum Feiertag der Dreifaltigkeit verewigen wollen. Eine andere Theorie besagt, die drei Erhebungen (heute: The three sisters) an der südlichen Küste seien für den Namen verantwortlich. Die Schwesterinsel Tobago hingegen behielt ihre ursprüngliche Bezeichnung. Die Kariben hatten sie auf „Tobaco“ (Tabak) getauft, da sie dort Tabak anbauten und diesen dann in ihren langstieligen Pfeifen rauchten.

Jamaika

Auch das Wort Jamaika geht auf die Ureinwohner zurück. Die Taino Indianer nannten ihre Insel Xaymaca, Land des Waldes und des Wassers. Jamaika ist schließlich eine überdurchschnittlich grüne Insel und wird zum größten Teil von Wäldern bedeckt. Zudem finden sich auf Jamaika rund 150 Flüsse und zahlreiche, spektakuläre Wasserfälle.

Barbados

Nachhaltige Eindrücke haben auch die riesigen Feigenbäume der Insel Barbados bei den Neuankömmlingen hinterlassen. Als der portugiesische Seefahrer Pedro A. Campos 1536 hier landete, erinnerten ihn die Pflanzen mit ihren riesigen Luftwurzeln und haarigen Blättern an hünenartige Männer mit Bärten. So gab er dem Eiland den Namen „Los Barbados“ (portugiesisch für „die Bärtigen“).

Aruba

Keine Bäume, sondern Gold inspirierte Alonso de Ojeda, bei der Namensfindung für Aruba im Jahre 1499. Er bezeichnete die Insel als „Oro Hubo“, dem Platz, an dem es Gold gibt. Tatsächlich sollte hier einige Jahrhunderte später nach Gold geschürft werden, wovon heute die Goldmillruins von Bushiribana zeugen. Man vermutet jedoch, dass der Inselname nicht auf die Spanier, sondern auf die Arawak Indianer zurückgeht. Die Ureinwohner nannten Aruba „Oibubai“ (Führer).

Puerto Rico

Anders verhält es sich mit Puerto Rico, was reicher Hafen bedeutet. Die spanischen Eroberer tauften die Hauptstadt Puerto Rico, weil hier wertvolle Güter aus Südamerika für den Weitertransport nach Spanien verschifft wurden. Das Eiland selbst nannten sie San Juan Bautista nach dem Sohn der Königsfamilie. Heute hat man das Ganze vertauscht – so heißt die Insel Puerto Rico und ihre Kapitale San Juan.

Weitere Informationen zu den karibischen Inseln

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