9. Etappe, 23. bis 24. Mai: Kotka bis Helsinki

Aus dem Logbuch der Wiking Crew

ca. 76 Seemeilen

Die übereilte Abreise aus dem Idyll Kotka, in dem wir so freundlich empfangen worden waren, machte uns etwas schwermütig. Aber den Termin mit den Vertretern der Stadt Helsinki wollten wir natürlich auch nicht absagen.
Also gab es noch ein kurzes Interview mit einem Lokalblatt aus Kotka, gefolgt vom Aufbruch am Abend in Richtung Helsinki.

Der Wind wollte uns nicht weiter voran treiben, und so manövrierten wir zunächst unter Maschine durch die vorbildlich befeuerten Schiffahrtswege der vielfältigen finnischen Inselwelt. Immer im Blick das nächste Leuchtfeuer oder Tonnenpaar. Der Suchscheinwerfer half uns beim Auffinden der unbeleuchteten Tonnen.

Erst in den frühen Morgenstunden kräuselte sich das Wasser. Einen Tee später setzte die 2. Deckswache den Spinnaker, -mittlerweile unsere Paradedisziplin. Jetzt kam Freude auf. Der Sonnenaufgang, der sich nun schon um drei Uhr morgens klar am Horizont ankündigte, tauchte das Segel mit dem Holstentor in ein tiefrotes Licht. Einige Halsen später lag Helsinki direkt voraus und die Freiwache kam ausgeruht an Deck. Gegen zehn Uhr machten wir mitten  im Fährhafen der finnischen Hauptstadt an dem uns zugewiesenen Platz am Lübeck-Kai fest, hißten die Flaggen unserer Sponsoren unter dem neugierigen Blick der anwesenden Touristen und klarten das Boot auf. Nachmittags trafen wir die Delegation der Stadt Helsinki, die uns mit einem finnischen Volkslied begrüßte.

Am nächsten Morgen war erst einmal großes Reinemachen angesagt; der übliche Abwasch, Wäschewaschen und - endlich - ausgiebige Körperpflege.

Bei der Planung für die nächsten Tage entschieden wir uns, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Schärensegeln lautet ab hier das Stichwort. Beim Frühstück die Seekarten durchforstend fand sich bald eine schöne und gut geschützte Ankerbucht, die wir heute Abend anlaufen wollen.

Wir freuen uns nun darauf, nach gut drei Wochen und 1425 Seemeilen im Kielwasser einfach einmal die Seele baumeln zu lassen. Unser Beiboot, Erbse, wartet auch schon ungeduldig auf seinen ersten Segeleinsatz. Außerdem müssen die Angeltips von Jakob nun dringend einmal umgesetzt werden. Mal sehen mit welchem Erfolg.

Gut gelaunt erledigten wir noch die nötigen Einkäufe, um wieder für die nächsten Tage unabhängig zu sein und schickten diese Zeilen an Herrn Seitzvon reise-report.de, dem wir für seine tolle Arbeit an dieser Stelle herzlich danken wollen.

Hiermit verabschieden wir uns bis Montag, wenn wir Turku anlaufen werden und grüßen unsere Lieben zu Hause. In diesem Sinne Mast und Schotbruch, die Crew.

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Bilder der 9. Etappe

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Die finnische Eisbrecherflotte
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