In der Bajío im Landesinneren von Mexiko gehen die Uhren ein wenig anders. Im Schatten einiger der ehemals reichsten Silbergruben können Besucher die Blütezeit der schönen Kolonialstädten noch einmal erleben. Denn deren Gebäude haben vom Glanz der Epoche nichts verloren.
Als Ausgangspunkt für eine Reise durch die Kolonialzeit zeigt Mexiko City vielleicht am besten, wie eng die mexikanische Kultur mit der spanischen Kultur verwoben ist. In der vorkolumbianischen Zeit hieß die Metropole, deren Geschichte weit in die Vergangenheit zurückreicht, noch Tenochtitlán.
Rund 200 Kilometer von Mexiko City entfernt stößt der Reisende auf Querétaro mit seinem Kopfsteinpflaster, seinen Palästen mit den schmiedeeisernen Balkonen und seinen Barockkirchen. Der Ort spielte im Unabhängigkeitsprozess eine entscheidende Rolle. Hier entstand auch die Verfassung.
In der Nähe von Querétaro liegt das Städtchen San Miguel de Allende, dessen gesamte Altstadt ein nationales Denkmal ist. Seine Ruhe, seine schöne Umgebung und seine historische Atmosphäre haben den Ort zu einer der größten Künstlerkolonien des Landes werden lassen. So ist das kulturelle Angebot dieser Stadt sehr vielseitig: Ausstellungen, Konzerte, Theater, traditionelle Festtage, Straßenmusik und anderes mehr. In San Miguel de Allende gibt es immer ein Fest zu feiern.
Die Stadt Guanajuato, in der eine der größten Silbergruben der Welt lag, ist ebenfalls einen Besuch wert. Entlang ihrer unterirdischen Gänge und der engen Gässchen konkurrieren Paläste mit verzierten Balkonen, prächtigen Barockkirchen und historischen Stätten wie das Haus des Malers Diego Rivera, die Getreidehalle (Alhóndiga) der Granaditas oder das Mumienmuseum.
Weiter nördlich liegt San Luis Potosí, deren Stadtkern ein wahres Museum für koloniale Architektur ist. Der Reichtum der Vergangenheit spiegelt sich vor allem auf den Plätzen der Plaza de Armas, del Carmen, de San Francisco und de los Fundadores sowie in den zahlreichen Kirchen, Museen und Palästen wider.
In Zacatecas steht die schönste Barockkirche Mexikos: eine Kathedrale mit einer Fassade aus rosafarbenem Stein. Wer einen Ausblick über die Stadt genießen will, sollte auf den Cerro de la Bufa steigen. Wer die Stadt lieber "an der Basis" erkunden möchte, sollte in der Altstadt mit ihrem Labyrinth von kleinen Gässchen spazieren gehen, in den Läden für Kunsthandwerk stöbern und sich dann auf den Terrassen der Kaffeehäuser ausruhen.
Entlang dieser Reiseroute können die Urlauber in einigen Hotels übernachten, die sich in alten Palästen, Klöstern oder Wohnhäusern befinden. Auf dem Weg gibt es auch zahlreiche Läden für Kunsthandwerk, in denen man von Silberschmuck über Stoffe und Schuhwerk bis zu Keramik alles finden kann.
Die mexikanische Küche ist vielfältig. Ein Grund liegt in den unterschiedlichen Klimazonen, durch die in den diversen Orten auch verschiedene Zutaten zur Verfügung stehen. Ein anderer Grund ist das kulinarische Erbe der vorkolumbischen Kulturen: Spanische, französische und nordamerikanische Einflüsse verschmolzen zu einer einzigartigen Fusion von Speisen.
Bohnen, Mais, Kürbis, Tomaten, Avocado, Papaya, Guaven sowie den Kakao, die Vanille und viele andere Gewürze und – nicht zu vergessen – das Chili in all seinen Varianten sind einige Zutaten, die aus Mexiko Eingang in die internationale Küche fanden.