Das andere Gesicht von Miami

Downtown Miami

Als Hauptschlagader des Geschäftszentrums ist die Brickell Avenue in Downtown Miami bekannt. Doch hier blickt man auch auf ein großes Stück Geschichte zurück. An dieser Stelle attackierten die Seminole Indianer in der Mitte des 18. Jahrhunderts landhungrige Siedler. Und hier wurde 1896 die Stadt Miami geboren, nachdem Julia Tuttle (die "Mutter von Miami") Henry Flagler davon überzeugt hatte, seine Eisenbahnstrecke bis dort auszudehnen. Heute prägen moderne Appartementhäuser und Wolkenkratzer aus Chrom und Glas das Stadtbild. Pläne für noch mehr Hochhäuser liegen in den Schubladen und die ganze Gegend pulsiert im Rhythmus der internationalen Geschäfte und Banken sowie der kulturellen und sportlichen Ereignisse. Etwas weiter westlich der Innenstadt liegt Overtown, eines der ältesten afro-amerikanischen Viertel der Stadt, das in den zwanziger bis vierziger Jahren als Floridas Harlem galt. In seinem historischen "Lyric Theater" waren einst Jazz-Größen wie Billie Holiday, Count Bassie und Cab Calloway zu Hause. Mit der Renovierung der Greater Bethel AME Church, des Lyric Theater und D.A. Dorsey House, in dem Miamis erster schwarzer Millionär wohnte, wird das Viertel derzeit wiederbelebt.

Miami Design District

Ebenfalls in der Nähe von Downtown Miami liegt der Design District. Hier entsteht seit den letzten Jahren der Mittelpunkt für die Möbeldesign- und Einrichtungsindustrie in Südflorida. Einrichtungshäuser, Ausstellungsräume und Kunstgalerien reihen sich aneinander und sind sowohl Händlern als auch dem breiten Publikum zugänglich.

Little Havana und Little Haiti

Miamis kubanische Atmosphäre erlebt man am intensivsten in Little Havana. Hier ist die Luft geschwängert mit dem Duft nach starkem "Cafe Cubano" und süßem Zuckerrohr-Saft, den die Kubaner "Guarapo" nennen. Zwar zogen über die Jahre auch viele Menschen aus Nicaragua und Honduras zu, doch in den Restaurants, Nachtclubs, Theatern und Zigarren-Shops auf der Hauptstraße "Calle Ocho" blieb die kubanische Authentizität erhalten. Salsa- und Merengue-Musik macht sich nach wie vor lautstark bemerkbar.

Nördlich des Design Districts liegt Little Haiti. Vor dem Hintergrund von karibischen Farben und kreolischem Charme leben viele haitianische Künstler, Musiker und Unternehmer hier. Zwischen familienbetriebenen Lebensmittelgeschäften und Restaurants trifft der Besucher immer wieder auf ein Stück afro-karibischer Religion und lässt sich von der Magie des Voodoo gefangennehmen. Der Stolz der Gemeinde ist der "Caribbean Marketplace", eine Open-Air-Replik des berühmten "Iron Market" in Port-au-Prince.

Coconut Grove, Coral Gables und Key Biscayne

Südlich von Downtown wird die Umgebung immer grüner und dichter, vor allem im tropischen Coconut Grove. In seiner Hochzeit als Künstlerkolonie bekannt, zieht der kulturell vielschichtige Ort heute Touristen und Anwohner gleichermaßen an. Mehr als 75 Restaurants und Cafés entlang der Straßen laden nach einem Bummel durch die Galerien, Antiquitäten-Geschäfte, Boutiquen und Buchläden zum Verweilen ein. Und hinter Wänden aus Korallengestein liegen Vizcaya Museum and Gardens, ein 70-Zimmer-Herrenhaus, und The Barnacle, das alte Haus von Ralph Monroe, der zu den Pionieren in Miami zählte. Jedes Jahr im Februar lädt das Viertel zu Ehren seiner künstlerischen Wurzeln zum Coconut Grove Arts Festival ein - dem größten Outdoor-Kunstspektakel der USA.

In den zwanziger Jahren von George Merrick designed und mit dem Spitznamen "The City Beautiful" versehen, ist Coral Gables mit seinen roten Dächern, Häusern im mediterranen Stil, Straßen, die nach spanischen Städten benannt wurden, und einem Netzwerk aus Wasserstraßen, an denen schnittige Jachten ankern, eine wirkliche Schönheit. Erst im September 2002 wurde die Shopping Mall The Village of Merrick Park als neuestes Highlight eröffnet. Hier versammeln sich 115 Geschäfte, Boutiquen und Restaurants unter einem Dach.

Eine der bekanntesten Inseln im Florida Keys-Archipel ist Key  Biscayne, ein abgelegenes Paradies und Natur-Wunder, nur wenige Meilen westlich von Miami gelegen. Hier treffen Einheimische und Touristen aufeinander, die sich in ruhiger Umgebung dem Tennis, Golf, Boot fahren, Fischen, Schwimmen und Windsurfen hingeben wollen. Darüber hinaus befindet sich in Key Biscayne das Miami Seaquarium, wo vor rund vierzig Jahren die erfolgreiche Fernsehserie "Flipper" gedreht wurde. Die landwirtschaftliche Vielfalt von Miamis mildem Klima können Besucher im Redland und in Homestead kennen lernen. Vorbei an endlosen Erdbeerfeldern, Tomatenplantagen und anderen erntefrischen Produkten geht es zum Everglades National Park und zum Biscayne National Park. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Touristenattraktionen wie der Miami Dade Metrozoo, der Monkey Jungle, die Everglades Alligator Farm oder der Fruit and Spice Park.

Opa Locka, North Miami und Aventura im Norden

Erbaut vom Flugzeug-Pionier Glen Curtiss, besticht die Stadt Opa Locka durch ihre außergewöhnliche maurische Architektur, die an Tausendundeinenacht erinnert. Neben North Miami und North Miami Beach wartet weiter nördlich Aventura mit seiner Schönheit auf. Hier erholen sich Urlauber im luxuriösen Turnberry Isle Resort and Spa oder shoppen in der gigantischen Aventura Mall. Nur zwanzig Minuten von Downtown Miami entfernt liegt das Pro Player Stadion, in dem Zuschauer die Spiele der Footballmannschaft Miami Dolphins und des Baseballteams Florida Marlins verfolgen können.

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