Reiseziele

Wie sich die unterschiedlichen Reiseziele entwickelten

Gewinner und Verlierer der Reisesaison 2004
Reiseziele 2005 (Für einer vergrößerte Ansicht, klicken Sie bitte auf die Bilder.)
Inlandsreiseziele 2004

Inlandsurlaub verliert Marktanteile an Auslandsreisen

Das liebste Urlaubsland der Deutschen ist und bleibt Deutschland. Allerdings hat der Inlandsurlaub in der vergangenen Reisesaison 2004 erheblich an Attraktivität eingebüßt (2003: 38,4% - 2004: 34,3%), was sicherlich auch an der Wettersituation im Vergleich zum „Jahrhundertsommer“ im Jahr 2003 gelegen hat. Viele Stammurlauber sind zu Hause geblieben. So müssen sich die inländischen Feriengebiete 2004 mit Stagnation und Rückgängen arrangieren. Ostsee (8,2%) und Bayern (7,2%) verteidigen ihre Spitzenposition. Den dritten Rang in der Beliebtheit der inländischen Reiseziele behaupten die Reiseziele an der Nordsee (5,9%). Opaschowski: „Der Inlandstourismus verliert wieder Boden gegenüber den Auslandsreisezielen. Diese bieten mehr als Meer und Berge und können Fremde und Ferne, Alltagskontraste und südliche Sonne garantieren.“

Auslandsreiseziele 2004

Abkehr von Spanien - Österreich und Türkei auf der Gewinnerseite

Spanien, „das“ Auslandsreiseziel der Deutschen und die wichtigste Destination für die Reiseveranstalter, muss permanent Einbußen hinnehmen. Seit Ende der neunziger Jahre hat Spanien einen spürbaren Gästeschwund verkraften müssen – von 17 Prozent (1999) über 14 Prozent (2002) auf 11 Prozent im vergangenen Jahr.

Vom Preiswettbewerb profitieren Italien (8,4%), Österreich (6,7%) und die Türkei (6,1%). Im Vergleich zum Vorjahr sind Österreich (+ 2,1 Prozentpunkte) und die Türkei (+ 2,1) die Gewinner der vergangenen Saison. Auch Skandinavien (+ 0,9), Italien (+ 0,8) und die Karibik (+ 0,7) können sich über Zuwächse freuen, weil die beiden bedeutendsten Reiseziele der Deutschen (Deutschland: - 4,0 Prozentpunkte; Spanien: - 5,1) spürbare Einbußen hinnehmen mussten.

Fernreisen bleiben für die meisten Deutschen als Urlaubsträume attraktiv, stellen in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten aber mehr eine Ausnahme dar. Professor Opaschowski: „Der Fernreisemarkt bleibt vor allem aus finanziellen Gründen nur eine attraktive Ergänzung (und nicht etwa Alternative) zu den Inlands- oder mediterranen Ferienzielen.“ Der große Durchbruch lässt weiter auf sich warten.

Am Urlaub wird immer mehr gespart: Ein Urlaubstag darf höchstens 76 Euro kosten

Die Deutschen lassen sich den Urlaub im Durchschnitt 1.025 Euro pro Person kosten. Darin sind nicht nur die Reise- und Unterkunftskosten enthalten. Damit müssen auch alle Nebenausgaben wie z.B. Essengehen, Einkaufsbummel, Ausflüge und Trinkgelder bestritten werden.

Der Preis wird für die Auswahl eines Reiseziels immer wichtiger. Mit dem Urlaubsbudget haushalten heißt, sparsam mit Geld und Zeit umgehen können. Ein Karibikurlaub ist fast dreimal teurer (2.111 Euro) als ein Urlaub in Deutschland (747 Euro). Die große Kluft ist erklärbar: Eine Fernreise dauert einfach länger und belastet damit auch die Reisekasse mehr. Karibik- und USA-Reisen dauern im Durchschnitt 17 Tage, während Deutschlandurlauber nach 12 Tagen wieder zu Hause sind. Inlandsurlauber können derzeit in den ostdeutschen Feriengebieten am preiswertesten Urlaub machen (640 Euro), während ein Urlaub an der Nordsee (761 Euro) oder in den bayerischen Bergen (811 Euro) deutlich teurer ist.

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reise-report

Tourismusprognose 2005

Mehr Aufbruchstimmung als Verunsicherung: Deutsche wollen wieder mehr verreisen

4.000 Personen ab 14 Jahren wurden repräsentativ im gesamten Bundesgebiet nach ihren Reiseabsichten für 2005 gefragt. Das Befragungsergebnis überrascht: Es herrscht eine positive Grundstimmung vor. Ein Ende der Reiseflaute ist in Sicht. Deutlich mehr als im Vorjahr (2004: 41,8% - 2005: 45,2%) sitzen bereits auf gepackten Koffern und sind fest zur Reise entschlossen. Überraschend gering ist auch der Anteil der Unentschlossenen (2004: 32,7% - 2005: 28,9%), die nicht wissen, ob sie dieses Jahr verreisen wollen. Offensichtlich wächst das Vertrauen in die nahe Zukunft wieder. Opaschowski: „Mehr Aufbruchstimmung als Verunsicherung ist angesagt: Die Deutschen wollen wieder mehr verreisen.“ 2005 wird nicht gleich ein Reiseboomjahr sein. Aber die Krisenstimmung ist überwunden. Und Reiselust darf man wieder zeigen, wenn man sie sich leisten kann.

Reiseziele 2005: USA, Türkei und Skandinavien im Trend

Spanien wird seine Spitzenposition unter den ausländischen Reisezielen behaupten können, aber verstärkt gegen den Abwärtstrend ankämpfen müssen. Denn im Vergleich zum Vorjahr (12,6%) wollen 2005 noch weniger Deutsche (10,0%) nach Spanien reisen. Auch Griechenland verliert in diesem Jahr seinen Olympia-Bonus und muss sich auf einen spürbaren Gästerückgang (2004: 5,2% - 2005: 3,1%) einstellen. Nach Asien (Thailand u.a.) zieht es vorübergehend weniger Deutsche (2004: 1,2% - 2005: 0,9%). Kuba und Karibik könnten 2005 bevorzugte Ausweichziele werden. Die Karibik könnte wieder zum „Traum der Träume“ bei den Deutschen werden.

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