




Traumhafte Ausblicke, lauschige Täler, wilde Schluchten, schroffe Felsen, schmale Pfade und mystische Burgen. Der Rheinsteig hat alles, was das Herz von Wanderern höher schlagen lässt. 320 Kilometer windet sich Europas neuer Wanderweg von Bonn bis Wiesbaden.
Der Rheinsteig ist kein normaler Wanderweg. Er folgt den Tiefen und Höhen der Seitenflüsse von Deutschlands bekanntestem Strom. Rheinsteiger bewegen sich rechts der Flusses häufig abseits der bekannten Spazierwege, schlängeln sich über Trampelpfade zu stets neuen Höhenpunkten und selbst an Seilen zu unbekannten Aussichten. "Der Rheinsteig ist auch ein kleines Stückchen Abenteuer", so Achim Schloemer von der Rheinland-Pfalz-Touristik über die Strecke, die drei Jahre geprüft, gewandert und markiert wurde und durch drei Bundesländer führt.
Sie beginnt ganz sachte mitten in Bonn am alten Rathaus und endet völlig romantisch vor dem Wiesbadener Schloss. Dazwischen liegen unzählige Höhen und Tiefen, Schleifen und Schluchten.
Teilweise hat der Rheinsteig alpinen Charakter, werden innerhalb von 15 Kilometern mehr als 1000 Höhenmeter bezwungen, zum Beispiel im Siebengebirge. Auf den Spuren Siegfrieds geht es zum legendären Drachenfels und über die sieben Berge bis weit in die Eifel. Nahezu alle Ausgangs- und Endpunkte der Tagesetappen sind mit öffentlichen Verkehrsmittels erreichbar.
Mythen und Sagen begleiten die Wanderer auf ihren Wegen, mehr als 40 Burgen säumen den Pfad, urige Schänken und Hütten verleiten zu Abstechern - wie beispielsweise ins Weindorf Leutesdorf. Wie ein Adlerhorst thront die Edmundshütte über dem Tal.
Hoch über der Deichstadt Neuwied begegnen Rheinsteiger im Museum Monrepos dem Homo Sapiens, die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz lockt mit einem Bummel durch die tiefen Kemenaten. Bei Kestert offenbart sich ein ganz neuer Blick auf die größte Rheinschleife, wo der Fluss fast um 300 Grad die Kurve dreht.
Mitten im Mittelalter fühlen sich Wanderer auf der Etappe zwischen St. Goarshausen und Kaub. 20 Kilometer führt der Weg durch das Herz des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintal und alle großen Romantiker waren schon hier. Goethe, Brentano, Hugo - sie legten mit ihren Schwärmereien den Grundstein für die touristische Erschließung des Rheintals.
Grandiose Über-Blicke liegen an der Strecke aufgereiht wie an einer Perlenschnur. Eröffnet wird der Reigen vom Dreiburgenblick auf dem Patersberg, wo Burg Rheinfels, Burg Maus und Burg Katz dem Rucksack-Urlauber zu Füssen liegen. Immer an der Felswand lang geht es weiter zu Deutschlands bekanntestem Felsen, 132 Meter hoch über dem Fluss lebt die Loreley bis heute von der Legende um eine blonde Schönheit.
Unbekannter, aber genau so faszinierend, ist der Blick vom benachbarten Spitznack - wo die Erde sprichwörtlich ihr Geschichtsbuch aufklappt. An der Blätterteigstruktur lässt sich auch für den Laien die Schieferung durch die Verschiebung der Erdplatten eindrucksvoll nachvollziehen.
Über Kaub mit der berühmtesten Wasserburg Deutschlands mitten im Strom führt der Rheinsteig zu Reben und Riesling in den Rheingau, zu den Stätten deutscher Geschichte - und der Wiege des Weinbaus.
Die Wegpunkte der Touren auf dem 320 Kilometer langen neuen Wanderweg lassen sich über das Internet direkt auf ein GPS-Gerät laden.
Informationen
Seit 8. September 2005 kann man auf neuen Wegen durch den "deutschen Grand Canyon" wandern. Weitere Infos beim Projektbüro Rheinsteig, c/o Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Löhrstraße 103 - 105, 56068 Koblenz, Telefon: 01805/648328., www.rheinsteig.de.
Wegweiser
3000 blau-weiße Schildchen, Aufkleber und auf Rinden gespritzte Rechtecke mit einem geschwungenen "R" weisen den Wanderern den Weg.
270 Kilometer Zuwege von großen Städten und kleinen Dörfern wurden zusätzlich markiert.
