





Rom, die ewige Stadt, lockt mit steinalter Kultur und Geschichte, mit Museen und Sehenswürdigkeiten, mit dem Papst aus Bayern, mit mondänen Shopping-Touren - und natürlich mit einem perfekt italienischen Laissez-faire. Selbst dann, wenn man keine Ewigkeit, sondern nur ein Wochenende lang Zeit hat.
Rom kennen, das ist in zwei, drei Tagen kaum möglich, Rom erleben schon. Wir haben uns aufgemacht, ein langes Wochenende in der italienischen Hauptstadt auf Spurensuche zu gehen. Alles mal gesehen haben? Der Bus 110, ein roter Doppeldecker, oben offen wie ein Cabrio, fährt vom morgens bis abends auf festgelegter Route durch die Stadt am Tiber. Start ist an der Stazione Termini, dem Hauptbahnhof. An jedem der elf Haltepunkte können wir aussteigen, ein wenig die Gegend erkunden, dann wieder einsteigen und uns zur nächsten Sehenswürdigkeit chauffieren lassen. So bekommen wir schnell einen Eindruck vom Kolosseum, dem Zirkus Maximus, der Engelsburg, dem Vatikan, dem Forum Romanum und anderen hochrangigen Sightseeing-Punkten. Dieser Trip gehört auf den Plan des ersten Tages.
Am Abend "römisch" Essen gehen. Die Lokale unmittelbar bei den Sehenswürdigkeiten meiden wir, denn ein paar Straßen weiter sind die typisch römischen Restaurants, etwa das "La Tavernetta" in der Via Sistina 147. Hier bringt Pepi Claudio neben heimischen Speisen Spezialitäten aus dem Meer auf den Tisch (www.tavernettasistina.it). Unser Tipp: auf Menüs zum Festpreis achten.
Natürlich haben wir Rom jetzt noch nicht kennen gelernt, aber wir haben nach einem Tag einen Eindruck gewonnen von der Struktur des Stadtkerns auf beiden Seiten des Tibers. Und wir wissen, wo es uns besonders gut gefallen hat, was unsere Augen fasziniert hat und - wo wir am nächsten Tag hin möchten. Denn dann ist flanieren angesagt, Einkaufsstraßen, Piazzen und Parks entdecken und genießen. Und shoppen auf den Nobelmeilen wie die Via Condotti mit edelsten Marken und Designs italienischer Provenienz.
Wer es salopper und preisgünstiger mag, sollte auf den Flohmarkt der Porta Portese in Trastevere gehen. Dieses Viertel auf der Westseite des Tiber wartet jeden Sonntag mit einem gigantischen Flohmarkt auf, auf dem neue Massenware dominiert. Es gibt Klamotten für fünf Euro, Zigaretten werden unter der Hand aus Umhängetaschen verkauft, Handtaschen von Gucci, Dolce & Gabbana werden von Schwarzafrikanern feilgeboten - mit Sicherheit "echte" Plagiate... Leider gibt es nur wenige Stände mit alten Möbeln, Büchern und sonstigem Tand.
Am Abend erscheint Trastevere in ganz anderem Licht: In den Straßen zwischen der Ponte Garibaldi und der Ponte Sisto geben sich die Römer ein Stelldichein. Fliegende Händler, prall gefüllte Lokale und Bars sowie Gaukler bestimmen die Szene. Wer nach 21 Uhr kommt, hat in der Regel das Nachsehen, denn dann sind die meisten Plätze besetzt.
Übrigens: Um gut, günstig und vor allem schnell zu den einzelnen Ausgangspunkten zu kommen, empfiehlt sich das Tagesticket der Öffentlichen Verkehrsbetriebe (ATAC) für vier Euro. Das kann man an den meisten U-Bahnhöfen im Automaten kaufen. Nach Trastevere besonders empfehlenswert der Bus 3 und die Tram 8.
Wolfgang Seitz