Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.
Kontinentales Klima mit wenig Niederschlag und großen
Temperaturgegensätzen; extrem kalte Winter, v.a. im nordöstlichen Sibirien;
überwiegend warme, im Süden heiße Sommer; durchschn. Temp. in Moskau im
Januar -10° C, im Juli 18° C.
Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben
Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten
6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder
(Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 9 Monaten).
bei Langzeitaufenthalten u. engerem Kontakt mit
der einheimischen Bevölkerung
(c)
bei besonderen Aufenthaltsbedingungen in
bestimmten ländlichen Gebieten.
(d)
April - Oktober, nur bei beruflicher Tätigkeit
oder Freizeitaktivitäten mit möglicher Zeckenexposition in endemischen
Gebieten
(e)
bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
Reisebedingung 1: Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich
Reisebedingung 2: Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)
Reisebedingung 3: Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)
Wichtiger Hinweis:
Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).
Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).
Die russische Föderartion gehört nicht zu den endemischen
Malariagebieten. Trotzdem kam es in den letzten Jahren in den Sommermonaten
durch Migrationsbewegungen zur Introduktion mit örtlicher Übertragung vor
allem im Süden; 143 autochthone Erkrankungen wurden 2006 landesweit
registriert, darunter ein zunehmender Anteil durch P.falciparum. Aber auch in
Moskau gibt es Malaria. Hier wurden von 2005 - 2007 jährlich während der
warmen Jahreszeit zwischen 40 und 60 Erkrankungen an Malaria tertiana gemeldet.
2007 fanden sich in 63% der städtischen Wasserflächen Anopheles-Larven. Eine
Expositionsprophylaxe sollte beachtet werden. Darüberhinausgehende
Vorbeugungsmaßnahmen sind nicht indiziert. Bei unklarem Fieber während oder
nach einem Aufenthalt während der Sommermonate ist ggf. an eine Malaria zu
denken.
Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für
leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.
Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente
gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie
Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei
Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und
Verbandmaterial.
Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B.
zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.
Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen
müssen!
Orale Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Weiterhin Risiko für
Hepatitis
A (eine Form der infektiösen Gelbsucht, Infektion meist
über kontaminiertes Trinkwasser). Risiko fürTrichinellose
(eine den Darm und die Muskulatur befallende Wurmerkrankung, meist über
unzureichend gegartes Wildschwein- und Bärenfleisch) sowie Botulismus (eine
bakterielle Vergiftung meist über hauseingemachte Lebensmittel, speziell
Fischkonserven). Milzbrand, eine Tierkrankheit, die zu bösartigen Geschwüren
an Haut oder Darm mit schweren Allgemeinerscheinungen führen kann, kommt vor
allem im Osten (Sibirien) vor. In der Republik Komi im Nordwesten Russlands ist
es zu einem Rotavirus-Ausbruch gekommen. 395 Infektionen wurden gemeldet (80%
Kinder). Dies bedeutet eine Zunahme um 52% gegenüber dem Vergleichszeitraum in
2009. Hygiene beachten, Impfschutz gegen Hepatitis A empfohlen.
Tollwut: Wildtiertollwut (v.a. bei Marderhunden und Füchsen) kommt in ganz
Russland vor und gefährdet über Haustiere und streunende Hunde den Menschen.
Durchschnittlich 12 Menschen sterben in Russland jährlich an der Tollwut, 2011
gab es im Großraum Moskau bislang 2 Todesfälle. Nach verdächtigen
Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Da eine adäquate
postexpositionelle Versorgung in ländlichen Gebieten nicht immer
gewährleistet ist, sollten Risikoreisende vorbeugend geimpft sein.
Sicherheitshinweis: Reisen in den Nordkaukasus: Von Reisen nach Inguschetien,
Tschetschenien, Dagestan, Nordossetien und Kabardino-Balkarien wird dringend
abgeraten. Die Grenzübergänge nach Aserbaidschan (Samur) und Georgien
(einschließlich Süd-Ossetien und Abchasien) sind für Ausländer ohne
Sondergenehmigung nicht passierbar. (www.auswaertiges-amt.de)
HIV-Test: Für Langzeitaufenthalte wird ein HIV-Test in englischer und
russischer Sprache verlangt (Formular auf Anfrage über die Botschaft).
Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.
Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.
Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.
Trotz optimaler Vorbereitung und Beratung im Vorfeld einer Reise durch erfahrene Reisemediziner kann unterwegs sowohl im Inland als auch im Ausland jederzeit ein plötzliches Gesundheitsproblem in Form einer Krankheit oder eines Unfalls auftreten.
Der schnelle Abruf bzw. das Vorliegen verlässlicher Informationen über Ihren Gesundheitszustand können in solchen Fällen lebensrettend sein. Die CRM travel.CARD ermöglicht Ärzten im Notfall Ihre persönlichen, medizinischen Daten einzusehen.
Ihre persönliche Gesundheitsakte enthält wichtige Informationen über vorliegende Krankheiten, Allergien, eingenommene Medikamente und Kontaktdaten Ihrer behandelnden Ärzte.
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung zur CRM travel.CARD informieren.
Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:
Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)
Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)
Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.
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