Edutainment-Center werten Dänemarks Nordseeküste auf

Wissen spannend gemacht

Sieht aus wie ein getarntes Wüstenfort: das Naturcenter Skagen Odde wenige Kilometer vor der Nordspitze Dänemarks.
Kinder haben hier allerlei zu entdecken und vor allem ihren Spaß.
Anfassen, mitmachen, experimentieren ist im Naturcenter Skagen Odde erwünscht.
Eine moderne Architektur, die sich harmonisch in die dänische Dünenlandschaft einfügt.

Der elfjährige Sebastian ist in seinem Element: Er schlägt Wellen. Kräftig treibt er mit einem Hebel den Wellengenerator an. Aus der langen Dünung werden kleine Brecher, die an die Scheiben der Simulationsanlage branden. Sebastians Schwester verfolgt staunend den Sturm hinter Glas, den ihr Bruder entfacht. Die beiden verleben mit ihren Eltern einen Tag im Naturcenter Skagen Odde.

Anfassen, mitmachen, selbst experimentieren ist hier erwünscht. Wasser, Sand, Wind und Licht prägen wenige Kilometer vor der Nordspitze Dänemarks die Landschaft und stehen deshalb im Mittelpunkt des Erlebniszentrums, das die Natur der Region für die Sinne fassbar machen will.

So multimedial und interaktiv hätte das Naturcenter Skagen Odde sogar auf der EXPO für Furore gesorgt, zumal neben der Hightech-Präsentation von Wissen auch die Architektur beeindruckt.

Getarntes Wüstendorf
Wie ein getarntes Wüstenfort schmiegt sich der Bau in die Dünenlandschaft - der Erschaffer der Oper von Sydney, der Däne Jørn Utzon, lieferte die Pläne. Und wer Dänemark kennt, weiß, dass dort heute kein Museum oder Edutainment-Center (ein Wortspiel aus Edu-cation/Enter-tainment) mehr entsteht, ohne mit ausgezeichneter Gastronomie das Erlebnis der Besucher abzurunden - so auch hier.

Die gesetzliche Urlaubsgeldkasse zahlt
Fremdenverkehrsplaner an der dänischen Nordseeküste merken schon länger, dass kilometerlange Sandstrände, breite Dünen und kuschelige Ferienhäuser allein noch keine Garanten für ewige Zuwachsraten bei den Besucherzahlen sind. Da passte es gut, dass Dänemark eine Errungenschaft des Sozialstaates besitzt, die Überschüsse erwirtschaftet und die dann unter die Leute bringen will: Arbejdsmarkets Feriefond, die gesetzliche Urlaubsgeldkasse. Die fördert seit den frühen 1990er Jahren landesweit mit mehreren hundert Millionen Kronen den “Bau ferienrelevanter Attraktionen und Erlebnismöglichkeiten” für Familien mit Kindern - gern pädagogisch wertvolle Projekte.

Neben Naturphänomenen erwiesen sich lebendige und aufwendig gestaltete Szenarien zur Geschichte als beliebt bei Macher wie Besuchern. Heute kann fast jeder Abschnitt der dänischen Nordseeküste eine der anspruchsvollen Attraktionen vorweisen.

Wikinger, Watt und Wasserwelten
Im Hinterland der Ferieninsel Rømø können Familien im Eisenzeitdorf des Hjemsted Oldtidspark (www.hjemsted.dk) im Einbaum über einen See paddeln, im Ribe Vikingecenter (www.ribevikingecenter.dk) unter Anleitung stilecht in Leder und Leinen gekleideter Wikinger Münzen schlagen oder Fladenbrot backen und im Vadehavscentret von Vester Vedsted in einem Multimediaraum hinter lärmend geschlossenen Deichtoren den Schauer erleben, wenn eine Sturmflut über das Wattenmeer hereinbricht.

Am Ufer des Ringkøbing Fjord, nahe dem Ferienhausgebiet Holmsland Klit, beleuchtet Bork Vikingehavn (www.skjern-egvad-museum.dk) die maritime Seite der Wikingerzeit. Keine Autostunde nördlich ist die Strandküste und ihre Natur seit Ostern 2001 Thema im nagelneuen Kystcentret (www.kystcentret.dk) von Thyborøn und nebenan im Jyllands Akvariet (www.jyllandsakvariet.dk) darf man Haie in einem Berührungsbecken streicheln - bisher haben alle, die den Mut dazu hatten, ihre fünf Finger wieder komplett aus dem Wasser heraus bekommen.

In Hirtshals in Nordjütland präsentiert das Nordsømuseet (www.north-sea-museum.dk) ebenfalls Haie. Hier ziehen sie im größten Salzwasseraquarium Europas eindrucksvoll ihre Runden hinter einer sechs mal zwölf Meter großen und 41 Zentimeter dicken Glasscheibe.

Die Bunker von Hanstholm
Noch dicker sind die Wände der Atlantikwallbunker, die es reichlich entlang der dänischen Küste gibt. Mit ihnen und ihrer Geschichte, wahrlich kein rühmliches Kapitel deutsch-dänischer Beziehungen, befasst sich das MuseumsCenter Hanstholm mit seinem Bunkermuseum in den Resten von Nordeuropas größter Befestigungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Die ist seit Jahren Publikumsmagnet für deutschen Urlauber, die sich auch gern mit einer laut quietschenden, ehemaligen Munitionsbahn durch die “Festung Hanstholm” fahren lassen. Hier entsteht gerade ein aufwendiges Dokumentationszentrum, das noch im Laufe der Saison fertig werden soll. Es wird die martialische Anlage, die allzu leicht durch ihre Größe und ihre technischen Daten faszinieren kann, in historische Zusammenhänge – Besatzung, Weltkrieg, Widerstand – stellen. Eine Nachkriegsepisode wird aber sicher auch gewürdigt: Die Bunker von Hanstholm bildeten die Kulisse für den dritten Film um eine vor allem im Osten Deutschlands heiß geliebten Chaostruppe: “Die Olsenbande fährt nach Jütland”.

Hans Klüche

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Tipps

Information
Über das Internetportal des Dänischen Fremdenverkehrsamtes
www.visitdenmark.com
lassen sich Öffnungszeiten, Eintrittspreise und andere nützliche Informationen zu allen Edutainment-Centern und weiteren Attraktionen an der dänischen Nordseeküste - im regionalen Menue unter “Westjütland” oder “Nordjütland” suchen - abrufen.

Naturcenter Skagen Odde,
Batterivej 51, 9990 Skagen, Tel. 00 45 / 96 79 06 06,
www.skagen-natur.dk;
tgl. 10–16, Juli–Aug. 10–22 Uhr.

Bork Vikingehavn,
Fjordvej 2B, Bork, Tel. 00 45 / 97 36 23 43;
www.skjern-egvad-museum.dk;
Juni–Aug. und 42. Woche (dänische Herbstferien) tgl. 11–17, Sept. bis 41. Woche So–Do 13–16 Uhr.

Kystcenter Thyborøn,
Kystcentervej 3, Tel. 00 45 / 96 90 02 00,
www.kystcentret.dk;
tgl. mind. 10–16, Juni–Aug. auch 10–19 Uhr.

Nordsømuseet,
Willemoesvej, Tel. 00 45 / 98 94 44 44,
www.north-sea-museum.dk;
tgl. 10–17, Juni–Aug. 10–22 Uhr. Robbenfütterung 11 u. 15 Uhr; Taucher füttern die Haie und andere Fische im Oceanarium 15. Juni–15. Aug. 13 u. 19 Uhr.

Jyllandsakvariet,
Vesterhavsgade 16, Tel. 00 45 / 97 83 28 08,
www.jyllandsakvariet.dk;
tgl. mind. 10–16, Saison auch 10–17 oder bis 18 Uhr, Nov–Mitte Feb. Do und Fr geschlossen.

Nordsømuseet,
Willemoesvej, Tel. 00 45 / 98 94 44 44,
www.north-sea-museum.dk;
tgl. 10–17, Juni–Aug. 10–22 Uhr. Robbenfütterung 11 u. 15 Uhr; Taucher füttern die Haie und andere Fische im Oceanarium 15. Juni–15. Aug. 13 u. 19 Uhr.

Museumscenter Hanstholm/Bunkermuseum,
Molevej, Tel. 00 45 / 97 96 17 36; April-Okt. tgl. 10–16, Juni-Aug. -17 Uhr. Munitionsbahn fährt an allen Öffnungstagen.

Auskünfte
Dänisches Fremdenverkehrsamt
Glockengießerwall 2
20095 Hamburg
Internet: www.visitdenmark.com

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