Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.
Tropisch-wechselfeuchtes Klima mit einer Trockenzeit im
Winter und Regenperioden im Frühjahr und Herbst; im Nordwesten Wüstenklima;
Küste und Tiefland feuchtheiß (mittl. Jahrestemp. 25-29° C), Temperaturen
mit der Höhe abnehmend; durchschn. Temp. in Caracas ganzjährig um 20°
C.
Für die Einreise besteht zurzeit keine Impfpflicht. Neben den in
Deutschland empfohlenen Impfungen können für Ihre Reise jedoch weitere
Impfungen sinnvoll sein.
bei Langzeitaufenthalten u. engerem Kontakt mit
der einheimischen Bevölkerung
(c)
bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren
Reisebedingung 1: Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich
Reisebedingung 2: Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)
Reisebedingung 3: Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)
Wichtiger Hinweis:
Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).
Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).
mittleres Risiko
in den Regenwaldgebieten folgender Bundesstaaten (Bezirke) südlich des
Orinoco: Amazonas (Alto Orinoco, Atabapo, Atures, Autana, Manapiare, Rio
Negro), Bolivar (Cedeno, Gran Sabana, Piar, Raul Leoni, Sifontes, Sucre), Delta
Amacuro (südöstliche Teile); 84% aller landesweit gemeldeten Malariafälle
stammen aus Bolivar und Amazonas, fast alle Tropica-Fälle aus den genannten
Bezirken, wobei der Anteil von P.falciparum nach S zunimmt und regional >20%
liegt;
geringes Risiko,
vorwiegend P.vivax, herdförmig im NW mit den Staaten Zulia, Tachira, Mérida,
Trujillo, Barinas, Portuguesa und Apure, im N in Carabobo, im NO in Anzoategui,
Sucre, Monagas und den nordwestlichen Teilen von Delta Amacuro mit dem
Orinoco-Delta;
als malariafrei gelten die mittleren
Küstenabschnitte mit den vorgelagerten Inseln (z.B.Margarita) sowie
Höhenlagen und Stadtgebiete
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden
verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in
mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom
Warmen ins Kalte)
Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und
nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange
Hosen).
Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten
Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in
Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in
Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Mitnahme von Anti-Malaria-Medikamenten zur
notfallmäßigen Selbstbehandlung (Stand-by-Behandlung) zu empfehlen. Zu Art
und Dauer der Behandlung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren
Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten).
Malariamittel sind verschreibungspflichtig.
Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für
leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.
Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente
gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie
Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei
Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und
Verbandmaterial.
Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B.
zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.
Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen
müssen!
Malaria: 2010 wurden in Venezuela mehr als 36.000 Fälle von Malaria
gemeldet, im Jahr 2009 waren es etwa 35.800. Die meisten Erkrankungen traten im
Bundesstaat Bolivar im Süden Venezuelas auf. Dort finden sich auch einige
Touristenattraktionen, z.B. der höchste Wasserfall der Erde, der Salto Angel.
Mückenschutz und ggf. Malariaprophylaxe beachten.
Gelbfieber: Mit einem Übertragungsrisiko ist in weiten Landesteilen zu
rechnen, auch im Norden. Impfschutz bei Reisen ins Landesinnere empfohlen,
obwohl für die Einreise nicht vorgeschrieben.
Sicherheitshinweis: Am 7. Oktober 2012 finden in Venezuela
Präsidentschaftswahlen statt. Schon beim ersten Wahlkampfauftritt des
Oppositionskandidaten ist es zu einer Schießerei gekommen, bei der Begleiter
des Kandidaten verletzt wurden. Mit dem zeitlichen Heranrücken der Wahltermine
muss erfahrungsgemäß damit gerechnet werden, dass das die
Auseinandersetzungen zunehmen. Es wird daher nachdrücklich empfohlen, sich von
Menschenansammlungen fernzuhalten. Für den Bundesstaat Tachira (Grenzregion zu
Kolumbien) ist am 3. Mai 2012 für 90 Tage erneut der Notstand ausgerufen
worden nachdem extreme Regenfälle Straßen und Brücken beschädigt und damit
Landverbindungen teilweise unpassierbar gemacht hat. In den Gebieten entlang
der kolumbianischen Grenze besteht als Folge des kolumbianischen
Binnenkonflikts eine erhöhte Gefahr von Entführungen und anderen
Gewaltverbrechen. Von Reisen in die Grenzregion zu Kolumbien wird abgeraten.
Abgeraten wird auch von der Ausreise nach Kolumbien über den Landweg
(www.auswaertiges-amt.de).
Medizinische Versorgung: Außerhalb der Großstädte und Touristikzentren ist mit
erheblichen Engpässen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu
rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten,
Begleitattest ratsam), Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des
Rettungsrückflug-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.
Gesundheitszeugnis / HIV-Test: Für Arbeitsaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis ("Health
Certificate") sowie ein HIV-Test in spanischer Sprache verlangt.
Impfungen: Es ist möglich, dass für visumpflichtige
Langzeitaufenthalte der Nachweis einer Masern-Impfung verlangt wird.
Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.
Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.
Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.
Trotz optimaler Vorbereitung und Beratung im Vorfeld einer Reise durch erfahrene Reisemediziner kann unterwegs sowohl im Inland als auch im Ausland jederzeit ein plötzliches Gesundheitsproblem in Form einer Krankheit oder eines Unfalls auftreten.
Der schnelle Abruf bzw. das Vorliegen verlässlicher Informationen über Ihren Gesundheitszustand können in solchen Fällen lebensrettend sein. Die CRM travel.CARD ermöglicht Ärzten im Notfall Ihre persönlichen, medizinischen Daten einzusehen.
Ihre persönliche Gesundheitsakte enthält wichtige Informationen über vorliegende Krankheiten, Allergien, eingenommene Medikamente und Kontaktdaten Ihrer behandelnden Ärzte.
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung zur CRM travel.CARD informieren.
Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:
Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)
Impfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)
Reisebüros , die Ihnen Ärzte und Apotheken in Ihrer Umgebung empfehlen können.
Die Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.