

Das fängt ja gut an: Kaum habe ich mich in meinem gemütlichen Fernsehsessel"angeschnallt und die 130 Pferdestärken unter der Motorhaube geweckt, muss ich das erste Rätsel lösen: Woher könnte ich das ältere Ehepaar kennen, das aus dem entgegenkommenden Wohnmobil so freundlich winkt? Und was ist mit dem jungen blonden Paar, das beim Vorbeifahren kurz die Hand hebt? Auch den Fahrer des nächsten Wohnmobils habe ich garantiert noch nie gesehen, trotzdem nickt er lächelnd. Dann kapieren wir: Wohnmobilisten grüßen sich auf der Straße. Zumindest neun von zehn.
Zwei Wochen lang will ich mit Gerd in einem Mini-Appartment auf Rädern.durch Frankreich reisen. Was für eine verrückte Vorstellung: Zum ersten Mal in unserem Leben rollen wir mit den eigenen Betten durch die Lande, haben unsere Küche, die Sofaecke, sogar ein waschechtes Badezimmer im Gepäck - das gab's noch nie! Zirka 2500 Kilometer von Freiburg bis an die französische Atlantikküste und zurück, vorbei an malerischen Loire-Schlössern, haben wir uns vorgenommen.
Zunächst heißt es allerdings Strecke machen: In zwei Tagen schon müssen wir den gebuchten Küsten-Campingplatz "Au petit port" in L'Houmeau vor der Ile de Ré beziehen, haben das Fahrpensum dorthin völlig unterschätzt.
Dem silbergrauen Riesen, einem Hymer Exsis-i 572, kann die plötzliche Eile nichts anhaben: Ruhig und zuverlässig schnurrt er bei den erlaubten 130 Stundenkilometern auf der Autobahn dahin, schnell gewöhnen wir uns an das sanfte Wiegen in den Fauteuils, das gelegentliche Ruckeln der Einbauten, das an Starts in Großraumflugzeugen erinnert. Überhaupt fühlen wir uns jetzt manchmal wie Flugbegleiter: Vor jedem Aufbruch heißt es, gewissenhaft Tassen, Teller, Zahnbürsten und Sonnenmilch verstauen. Zum Glück bleiben uns etwaige Versäumnisse nicht lange vorenthalten: Die erste Kurve genügt, um uns an so manche Nachlässigkeit zu erinnern... Ein Segen, dass nicht jeder Gegenstand ein solch kreischendes Geräusch von sich gibt wie die noch ausgefahrene Trittstufe draußen!
In Frankreich reisen Sie am günstigsten
Nach einer neuen Erhebung des ADAC ist Frankreich zur Zeit das günstigste Land für Wohnmobilfahrer. 2009 kostet eine Nacht pro Fahrzeug mit zwei erwachsenen Passagieren auf einem Stellplatz im Durchschnitt 4,10 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland werden für die gleiche Leistung 5,60 Euro erhoben. Schlusslicht der Top Ten ist Dänemark. Hier müssen zwei Wohnmobilreisende im Schnitt satte 16,60 Euro bezahlen.
Nicht jedes Land liebt Reisemobile
Stöbern Sie in Internetforen von Wohnmobilisten und lesen Sie dort weitere Erfahrungsberichte. Bald werden Sie sehen: Nicht jedes Land liebt Reisemobile. Unsere Reporterin jedenfalls sammelte in Frankreich fast nur gute Erfahrungen: In vielen Dörfern und kleinen Städten weisen bereits am Ortseingang Schilder zu Stellplätzen, Versorgungsstationen oder Campingplätzen. Das ist zum Beispiel in Deutschland längst nicht selbstverständlich.
Am besten in der Nähe mieten
Sie planen, bald selbst mit einem Wohnmobil die große Freiheit zu genießen? Nur zu! Um Mietkosten zu sparen , denken Sie allerdings daran, möglichst an Ihrem Heimatort ein Fahrzeug zu suchen. So sparen Sie überflüssige Kosten für Anfahrt und Abholung des Wagens. Oder suchen Sie im Internet nach einem Hersteller Ihres Vertrauens und fragen dort nach der nächsten Mietmöglichkeit.